LESERBRIEF // In der Landwirtschaft fehlt es Frauen an fairer Entlöhnung, sozialer Absicherung und der gesellschaftlichen Anerkennung ihrer Rolle. Unsere Vize-Präsidentin Lionne Spycher fordert anlässlich des Feministischen Streiks, die Rolle der Frau in der Landwirtschaft mit echter Gleichstellung zu würdigen.

Die UNO hat das Jahr 2026 zum «Internationalen Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen» erklärt. Damit würdigt sie die unverzichtbare Arbeit von Frauen in der Landwirtschaft. In der Realität zeigt sich diese Wertschätzung von Frauen auf Landwirtschaftsbetrieben jedoch oft nicht. Es fehlt an fairer Entlöhnung, sozialer Absicherung und der gesellschaftlichen Anerkennung ihrer Rolle.
Ab 2027 sind Direktzahlungen an einen Versicherungsschutz für Krankheit und Unfall gekoppelt. Damit wird eine Absicherung von mitarbeitenden Partnerinnen und Partnern auf landwirtschaftlichen Betrieben Pflicht. Dies wurde vielfach als grosse Errungenschaft präsentiert. Aus meiner Sicht ist das jedoch das absolute Minimum bei so viel Herzblut, Engagement und geleisteten Stunden. Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Rolle der Frau in der Landwirtschaft mit echter Gleichstellung zu würdigen. Echte Gleichstellung beginnt dort, wo Verantwortung gesehen und anerkannt wird und sich in fairer Entlöhnung, sozialer Absicherung und gelebter Selbstverständlichkeit ausdrückt.
Deshalb engagiere ich mich nicht nur am 14. Juni gemeinsam mit vielen anderen Bäuerinnen und Landwirtinnen für Vielfalt, Gleichstellung und Anerkennung, sondern jeden Tag.