UVI: Ernährungswirtschaft kann zur Lösung der Umweltkrisen beitragen

Mit unserer Lebensweise überschreiten wir die Belastbarkeitsgrenzen unseres Planeten und gefährden unsere Lebensgrundlagen. Die Ernährungswirtschaft hat Anteil daran, doch sie muss und kann auch Teil der Lösung werden. Die Kleinbauern-Vereinigung unterstützt darum die Umweltverantwortungsinitiative und wird sich bei der Umsetzung aktiv an der Suche nach einem gangbaren Weg für die Branche beteiligen.

Die Ressourcen der Erde sind begrenzt, doch mit unserer gegenwärtigen Lebens- und Wirtschaftsweise nehmen wir darauf keine Rücksicht. Wir überschreiten massiv die Belastbarkeitsgrenzen unseres Planeten und zerstören so langfristig unsere Lebensgrundlagen. Klimakrise, Artensterben und die Verschmutzung von Luft, Wasser und Böden: Die wissenschaftliche Faktenlage ist eindeutig und die Dringlichkeit sonnenklar. Die verschiedenen Umweltkrisen überlappen und verstärken sich gegenseitig und die nächsten zehn Jahre sind entscheidend, um wirksame Massnahmen zu ergreifen. Mit den Pariser Klimazielen ist die Stossrichtung seit vielen Jahren gegeben und es herrscht Konsens über deren Notwendigkeit und Dringlichkeit. Trotzdem geht es nur in kleinen Schritten voran.

Planetare Grenzen respektieren

Die Umweltverantwortungsinitiative verlangt darum, dass die Schweiz innerhalb von zehn Jahren die planetaren Grenzen respektiert. Es sollen nur noch soviel Ressourcen verbraucht werden, wie sich natürlich regenerieren lassen, damit die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit erhalten bleiben. Um als Gesellschaft die verschiedenen Umweltkrisen anzugehen und endlich ins Handeln zu kommen, ist es wichtig, dass klare Zielvorgaben in der Verfassung verankert werden. Dann gilt es, nach effektiven und umsetzbaren Lösungen zu suchen, die die soziale Gerechtigkeit wahren und die Interessen und Anliegen der Wirtschaft wie auch der Konsumentinnen und Konsumenten berücksichtigen. Für die Frage der Umsetzung lässt die Initiative bewusst sehr viel Spielraum und Platz. Die Politik wird die Handlungsfelder bestimmen und über die zu treffenden Massnahmen entscheiden, wobei die betroffenen Branchen wie immer involviert werden.

Kleinbauern-Vereinigung unterstützt Umweltverantwortungsinitiative

Die Lebensmittelproduktion ist in besonderem Masse von den zunehmenden Umweltkrisen betroffen. Hitzewellen, Starkregen und Dürreperioden: Schon heute spüren die Bäuerinnen und Bauern bei ihrer täglichen Arbeit die Auswirkungen der Klimaerhitzung und des Artensterbens. Gleichzeitig trägt eine industriellere Lebensmittelproduktion auch zu den Umweltkrisen bei. Es braucht darum neue Ansätze für eine nachhaltigere Agrar- und Ernährungspolitik. Hier besteht grosses Potenzial: Die Ernährungswirtschaft muss und kann Teil der Lösung dieser Probleme werden. Die Kleinbauern-Vereinigung unterstützt darum die Umweltverantwortungsinitiative und wird sich aktiv an der Suche und Umsetzung von Lösungen beteiligen. Denn nur wenn wir verantwortungsvoll mit unseren natürlichen Ressourcen umgehen, können wir unsere Lebensgrundlagen langfristig erhalten.

 

Autor: Kilian Baumann, Nationalrat Grüne und Präsident Kleinbauern-Vereinigung

News zum Thema

Erhaltung von Kulturpflanzen und Tierrassen

Seit über 40 Jahren setzt sich die Stiftung ProSpecieRara mit unzähligen Projekten und einem grossen Freiwilligennetzwerk für die Erhaltung der Diversität von Kulturpflanzen und Tierrassen ein. Ein Gespräch mit drei…

Übergabe Appell "Sauberes Wasser für eine gesunde Schweiz"

32’052 Menschen fordern: Bundesrat und Parlament müssen unser Wasser besser schützen

Vertreter:innen der Allianz «Sauberes Wasser – gesunde Schweiz» haben heute in Bern 32’052 Unterschriften für den Appell «gesundes-wasser.ch» eingereicht. Der Appell fordert Bundesrat und Parlament auf, den Schutz unserer Gewässer…

Pflanzenzüchtung & Wildpflanzen: Genetische Vielfalt stärkt die Landwirtschaft

Die Vielfalt an Nutzpflanzen ist ein kulturelles Erbe, das auf der genetischen Vielfalt von Wild- und Kulturpflanzen basiert, die durch Pflanzenzüchtung entstanden ist. Der Reichtum dieser Vielfalt ist für die…