Ganzheitliches Wassermanagement
Die Etablierung eines ganzheitlichen Wassermanagementsystems steht im Fokus der Überlegungen auf dem Katzhof. Das Wasser soll langsam fliessen, sich auf der Fläche verteilen können und dadurch die Möglichkeit bekommen, in den Boden einzusickern. Das Projekt hat folgende Ziele:
- Wasserläufe verlangsamen, verteilen, versickern und speichern
- Vermeidung unkontrollierter Oberflächenabflüsse
- Genügend Wasser zum richtigen Zeitpunkt für die Pflanzen verfügbar haben
- Dezentraler Hochwasserschutz
Das Projekt «WasserKultur Katzhof» soll den Betrieb für die mittel- und langfristige Zukunft stärken. Den Risiken der sich immer schneller verändernden Umweltbedingungen und den daraus resultierenden Unsicherheiten in der Lebensmittelproduktion soll aktiv begegnet werden.
- Verringerung von Wasserverlusten und Bodenerosion
- Verbesserung der Bodenstruktur und des Humusgehalts
- Etablierung von mehrjährigen Baum- und Strauchkulturen
- Stärkung der natürlichen Voraussetzungen für die Lebensmittelproduktion
- Diversifizierung der Lebensmittelproduktion auf dem Betrieb
- Resilienz des Betriebes bezüglich Umwelteinflüsse und Wirtschaftlichkeit erhöhen
Ein wichtiger Bestandteil des Vorhabens ist der Wissensaufbau und Wissenstransfer zum Themenkomplex Wasser und Landwirtschaft. Das Projekt steht als Reallabor für die Forschung und Bildung zur Verfügung.
Ökosystem, Landschaft
Die Stärkung des lokalen Wasserkreislaufes ist eine wesentliche Voraussetzung für ein intaktes Ökosystem. Der NaturGut Katzhof schafft eine lebenswerte Umgebung, auch für die nachfolgenden Generationen.
- Stärkung des lokalen Wasserkreislaufs und der lokalen Grundwasservorkommen
- Stärkung des Ökosystems
- Ästhetische, sich an der Natur orientierende Landschaftsgestaltung

Agroforst
Bäume ergänzen die Bestrebungen, den Wasserkreislauf zu stärken, in ausgeprägtem Masse. Nebst den positiven Effekten auf den Wasserhaushalt bieten Bäume und Sträucher auch die Möglichkeit, den Betrieb weiter zu diversifizieren. Die Vielfalt an Lebensmitteln, die aus einem «mehrstöckigen System» mit Feldfrüchten, Tieren, Bäumen und Sträuchern hervorgehen, bereichern den Betrieb.
Auf insgesamt 1.7 km Länge erstrecken sich die Keylines oder Hauptlinien, wo Bäume und Sträucher gepflanzt werden. Diese Hauptlinien sind in gleichmässigen, den Maschinenbreiten angepassten Abständen angelegt. Eine Vielzahl von Aspekten sollen dabei in der Planung beachtet werden, so z.B.
- Standort (Klima, Boden, Topografie)
- Arbeitsaufkommen
- Pflege der Kultur und des Unterwuchses
- Erntezeitpunkte der verschiedenen Kulturen
- Arbeitseffiziente Gestaltung des Systems
- Freude an der Kultur
- Vermarktung der Erträge (Frucht, Holz)
Zwischenfazit 2026
Die Trockenheit und Hitze dieses Jahr ist ein sehr früher Test für das noch junge Wassersystem. Die Agroforst-Pflanzungen entlang der Wassergräben sind noch jung und entfalten noch nicht die gewünschte Wirkung auf das Mikroklima auf den Flächen. Das Team des NaturGut Katzhof ist bemüht, die Pflanzungen zu erhalten, so dass sie diese trockenen Zeit überstehen. Das zusätzliche Wasserspeichervolumen hilft, die Quellwasserversorgung zu entlasten. Die Wassergräben werden vor allem bei Gewitterereignissen relevant, wenn grosse Mengen Niederschläge in kurzer Zeit auf noch schlecht wasseraufnahmefähige Böden treffen. Bisher wurde das System zweimal auf die Probe gestellt: Die Gräben füllten sich bis zum Rand, übergelaufen ist aber nichts, erinnert sich Markus Schwegler.
Für den NaturGut Katzhof zeigt sich das Potenzial der umgesetzten Massnahmen sehr deutlich und sie sind froh, dass sie diesen Weg vor ein paar Jahren eingeschlagen haben. Vor allem die Kombination verschiedener Massnahmen sind entscheidend für eine bessere Resilienz in Bezug auf die klimatischen Veränderungen. Markus Schwegler blickt bereits in die Zukunft: «Mehr Wasserspeichervolumen zur Verfügung zu haben ist ein wichtiger nächster Schritt. Auch weitere Pflanzungen sind entscheidend. Die Zukunft gehört aus unserer Sicht den halboffenen Landschaften.»