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Seit Generationen wird im Saastal und im Simplongebiet auf steilen Bergweiden ein weisses und farbiges Bergschaf im Bergamaskertyp gehalten, das sowohl Wolle wie auch Fleisch liefert. Lange wurde es nicht als eigenständige Rasse betrachtet. Mit der Registrierung der ‘Saaser Mutten’ als Zuchttiere durch ProSpecieRara 2013 steigt die Anzahl dieser Schafe mit den charakteristischen langen Hängeohren. -
Emmer gehört zu den ältesten Getreidearten. Viele alte Sorten – hier der rote Winteremmer ‘Otto Müller’ – haben langes Stroh, was zum Flechten oder als Einstreu geschätzt wurde. Für die maschinelle Ernte jedoch sollen die Halme kurz und standfest sein. Gerade für den Anbau im Berggebiet werden alte Sorten und Arten zunehmend wieder geschätzt. -
‘Amish Pasta’ ist eine der wohl aromatischsten Tomatensorten überhaupt. Den Anforderungen des Grosshandels kann diese druckanfällige Tomate nicht standhalten, im Privatgarten gedeiht sie jedoch bestens. Alten Sorten bieten im Garten zahlreiche Vorteile: verschiedene Aromen, ungewöhnliche Farben und Formen, gestaffelte Reifezeitpunkte. -
2006 wurde ProSpecieRara auf eine Ziege vom Typ der Walliser Schwarzhalsziege aufmerksam, deren vordere Körperhälfte in kupferfarbigem Braun strahlte. Die Kupferhalsziege ist eine langhaarige Ziege mit kräftigen Hörnern. Ihre Farbe wurde lange als Fehler betrachtet. Historische Dokumente belegen jedoch die Existenz von kupferhalsigen Ziegen im Wallis. -
Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Kartoffelsorte ‘Parli’ zwischen dem Prättigau und Safiental (GR) kultiviert, auch bekannt als 'Vieläugler' oder 'Tannzapfen'. In Bergtälern haben zahlreiche alte Kartoffelsorten überlebt. Mit ihrer Vielfalt an Aromen und Farben machen sie wett, dass der Anbau oft tückisch und die Erträge meist deutlich geringer sind als bei modernen Sorten. -
Die stolzen Hinterwälder Rinder sind eine kleine, gefleckte Rinderrasse, von der Restbestände im südlichen Schwarzwald überlebten. Sie gelten als robuste, wenig krankheitsanfällige und besonders langlebige Milchoder Mutterkühe. Mit ihrem geringen Gewicht und den grossen Klauen fühlen sie sich sowohl in steilen Hängen als auch auf nassen, flachen Weiden wohl. Diese Eigenschaften machen sie für die Schweizer Bergwelt besonders wertvoll. -
Die alte Landsorte ‘Küttiger Rüebli’ stammt von Bäuerinnen in Küttigen (AG). Sie wurde im Frühjahr in Herbstgerste gesät und zur Haltbarmachung gehobelt und eingesäuert. Die Rüebli feiern seit einigen Jahren ein Comeback. Alte Sorten sollen nach dem Prinzip «Erhaltung durch Nutzung» in Läden, auf Höfen oder Wochenmärkten zugänglich gemacht werden. -
Die ‘Spitzhaubenhühner’ sollen schon im 15. Jhd. in Klöstern des Schweizer Alpenraums gezüchtet worden sein. Trotz leichtem Körperbau und hübschem Federkleid sind die Spitzhauben robust und an das Leben in Gebirgsregionen angepasst. Sie sind gute Flieger und kältetolerant. -
Die Pflaumensorte ‘Gelbe aus Oltingen’ entspricht der ‘Rudolphspflaume’, wurde erstmals 1842 in Siebenbürgen beschrieben und in Oltingen (BL) wiederentdeckt. Von über 2’400 ProSpecieRara-Obstsorten stehen 40 % auf der roten Liste, da sie an weniger als drei Standorten vorhanden sind. Mit dem Projekt «Rote Liste» sollen sie erhalten werden. -
‘Crimson flowered’ ist eine alte Puffbohnensorte mit schönen, dunkelroten Blüten. Die Ackerbohne zählt zu den traditionellen Ackerpflanzen und wird in der Schweiz schon seit Jahrtausenden genutzt. Wie Buchweizen, Hirse oder Amaranth gerieten die Ackerbohnen in Vergessenheit, werden nun aber wieder entdeckt und angebaut. -
Der ‘Weisse Faserlein Ballenberg’ aus Brünigen bei Meiringen (BE) stammt von einer Leinenweberin, die aus eigenem Anbau Leinen herstellte. Lein lieferte schon vor 6000 Jahren nicht nur wertvolle Nahrung, sondern auch Fasern für die Kleiderherstellung. Später wurde er von Baumwolle und Synthetik verdrängt. -
Einst gab es über den ganzen Alpenbogen verteilt verschiedene, vom Typ her ähnliche Bergschweineschläge, von denen nur wenige überlebt haben. Seit 2013 in Italien Restbestände gefunden wurden, wird das Schwarze Alpenschwein, das auch rot oder gefleckt vorkommt, durch das alpine Netzwerk Pro Patrimonio Montano (PatriMont) gezüchtet, seit 2018 auch in der Schweiz. -
Die Stachelbeere ‘Borstige aus Wattenwil’ wurde aus einem alten Garten bei Thun erhalten. Ende der 1990er-Jahre machte sich ProSpecieRara mit Medienaufrufen auf die Suche nach alten Beerensorten. Die über 400 wiedergefundenen Sorten werden nun angebaut und dokumentiert – und in einem anspruchsvollen Prozess bekannten Sorten 10 versucht zuzuordnen.