«150‘000 Franken sind genug»

Die 10 Prozent grössten aller Bauernbetriebe erhalten heute gegen einen Viertel der gesamten Direktzahlungen. Die Anzahl Betriebe, welche mehr als 150‘000 Franken Direktzahlungen bezieht, steigt überproportional an. Diese Entwicklung gefährdet nicht nur die Akzeptanz der Direktzahlungen in der Bevölkerung sondern auch die Anpassungsfähigkeit der Landwirtschaftsbetriebe. Die Kleinbauern-Vereinigung fordert daher eine Obergrenze von 150‘000 Franken Direktzahlungen pro Betrieb.

Mit dem neuen Direktzahlungssystem lohnt es sich auf Biegen und Brechen mehr Fläche zu bewirtschaften. Unabhängig davon, ob das für den einzelnen Betrieb und dessen Betriebskonzept Sinn macht. Der Strukturwandel wird durch die aktuelle Agrarpolitik weiter angekurbelt. Das führt zu einer immer stärkeren Konzentration der Direktzahlungen bei wenigen, dafür sehr grossen Betrieben. Die Kleinbauern-Vereinigung VKMB wehrt sich gegen diese Entwicklung und fordert, dass Bundesrat und Behörden schnellstmöglich wirksame Begrenzungen für Direktzahlungen wieder einführen. Die Kompetenz dazu hätte der Bundesrat auf Verordnungsstufe.

Wachstumsanreize gefährden Akzeptanz der Direktzahlungen

Die Schweizer Landwirtschaft geniesst grosse Sympathien in der Bevölkerung. Mit den hohen Direktzahlungen an wenige Betriebe setzt sie diese unnötig aufs Spiel. Die aktuelle Agrarpolitik vernachlässigt ihren Verfassungsauftrag mit dem einseitigen Anreiz zum Hektar-Wachstum. Bodenbewirtschaftende, multifunktionale, bäuerliche Betriebe sind zunehmend im Nachteil. In der Praxis heisst das immer mehr grosse, spezialisierte Betriebe, die aus kurzfristigem Wettbewerbsdenken ihre Anpassungsfähigkeit (Resilienz) opfern. Die negativen Auswirkungen dieser Politik sind gross: Versorgungssicherheit, Tierwohl, Land- und Ressourcenschutz sind in Gefahr.

Obergrenze wiedereinführen

Eine wirksame Obergrenze für Direktzahlungen ist sinnvoll und notwendig. Nur mit einer glaubwürdigen Selbstbeschränkung, kann die Schweizer Landwirtschaft ihren Verfassungsauftrag langfristig erfüllen und die Akzeptanz der Direktzahlungen sichern. Möglichst viele unterschiedliche und vielfältige Betriebe mit zahlreichen aktiven Bäuerinnen und Bauern sind das Rückgrat der Schweizer Landwirtschaft.
Es ist höchste Zeit, dass auch hierzulande wieder eine wirksame Begrenzung für Direktzahlungen eingeführt wird und die kleinen und mittleren Bauernbetriebe gefördert werden.
Im Gegensatz zur Schweiz kennt die EU schon heute eine Plafonierung der Basisprämie bei 150‘000 Euro sowie die Umverteilung von Direktzahlungen zugunsten kleiner und mittlerer Bauernbetriebe.

News zum Thema

Landschaft mit Weg und Bäumen

Die Agrarpolitik 2030+ fördert gezielt grosse Betriebe und straft kleine ab

Vergangene Woche hat der Bundesrat die Grundzüge der Agrarpolitik 2030+ kommuniziert. Die Kleinbauern-Vereinigung stellt mit Sorge fest, dass der Bundesrat darin Massnahmen vorsieht, die darauf zielen, dass grosse Betriebe noch…

Die Kleinbauern-Vereinigung fordert die Einhaltung des Gewässer­schutzes

Die Kleinbauern-Vereinigung begrüsst die Fest­legung von öko­toxikologischen Grenz­werten für die vom UVEK vorgesehenen sieben Wirkstoffe. Diese Massnahme stellt einen wichtigen Schritt zum Schutz der Gewässer­öko­systeme und der menschlichen Gesundheit dar….

Die Kleinbauern-Vereinigung begrüsst die Bestrebungen zum Schutz des Trink­wassers und der Gewässer

Die Kleinbauern-Vereinigung teilt die Einschätzung des UVEK, dass für den Schutz des Trink­wassers und der Gewässer Massnahmen nötig sind und begrüsst die dahin­gehenden Bestrebungen. In der Befreiung von der Anschluss­pflicht…