Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung

Am 10. Februar stimmt das Schweizer Stimmvolk an der Urne über die Zersielgungsinitiative ab. Für Regina Fuhrer, Präsidentin der Kleinbauern-Vereinigung, ist es an der Zeit, sich für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung einzusetzen.

Gesunder Boden ist für uns alle von unschätzbarem Wert. Neben der Grundlage für die Lebensmittelproduktion bieten Böden noch eine Vielzahl an Ökosystemleistungen, z.B. bei der Trinkwassergewinnung, beim Schutz vor Naturgefahren wie Hochwasser oder Erdrutschen und beim Klimaschutz. Das Nationale Forschungsprogramm NFP 68 machte in einer kürzlich erschienenen Studie klar: Die grösste Bedrohung für den Boden in der Schweiz geht vom Bau von Siedlungen und Infrastrukturen aus, in dessen Folge Boden entfernt oder versiegelt wird und die Bodenfunktionen komplett ausfallen.

Jede Sekunde geht in der Schweiz ein Quadratmeter Kulturland verloren. Damit auch ein Teil der Grundlage für die Ernährung. Um einer weiteren Zersiedelung Einhalt zu gebieten und wertvolles Kulturland zu schützen, braucht es dringend Massnahmen. Was die Revision des Raumplanungsgesetzes bisher nicht liefern konnte, bringt die Zersiedelungsinitiative: Ein wirksames Rezept für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung. Bauzonen sollen nicht mehr weiterwachsen und ausserhalb der Bauzonen sollen nur noch Bauten für eine bodenabhängige Landwirtschaft bewilligt werden.

Eine nachhaltige Lebensmittelproduktion denkt in regionalen Kreisläufen und ist immer bodengebunden. Die Bundesverfassung hält schon heute fest: Zur Sicherstellung der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln schafft der Bund Voraussetzungen für die Sicherung der Grundlagen für die landwirtschaftliche Produktion, insbesondere des Kulturlandes und eine standortangepasst und ressourceneffiziente Lebensmittelproduktion.

Zu unserer Lebensgrundlage Boden müssen wir alle Sorge tragen und jetzt Verantwortung übernehmen. Die Zersiedlungsinitiative bietet endlich wirksame Massnahmen zum Schutz unseres Bodens und dient damit der Schweizer Landwirtschaft.

Autorin: Regina Fuhrer, Bio-Bäuerin und Präsidentin Kleinbauern-Vereinigung. Dieser Beitrag wurde ebenfalls in der Bauernzeitung publiziert.

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