Petition «Jeder Hof zählt»: Unbefriedigende Antwort des Bundesrats

13’367 Personen haben die Petition «Jeder Hof zählt» unterschrieben, welche die Kleinbauern-Vereinigung gemeinsam mit Partnerorganisationen am 21. November eingereicht hat. Mit der Petition wurde Bundesrat Guy Parmelin aufgefordert, Massnahmen gegen das Hofsterben zu ergreifen und eine vielfältige Landwirtschaft zu stärken. Nun hat der Bundesrat in einem Brief Stellung genommen. Seine Antworten bleiben oberflächlich und der grosse Wert einer vielfältigen Schweizer Landwirtschaft wird nicht erkannt.

Obwohl sich die Anzahl Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz in den letzten 40 Jahren mehr als halbiert hat, betont der Bundesrat auch in seiner Antwort zur Petition «Jeder Hof zählt», dass der Strukturwandel in sozialverträglichen Bahnen verlaufe. Die fortschreitende Vergrösserung der Betriebe führe zu einer stärkeren Professionalisierung und verbesserter Effizienz auf den Betrieben. Damit redet der Bundesrat einmal mehr einer wachse oder weiche Strategie das Wort, obwohl kleinere Betriebe nachweislich nicht weniger effizient wirtschaften als grössere.

Eine vielfältige Landwirtschaft als Rückgrat für eine sichere Versorgung

Die Landwirtschaft sieht sich mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Die Klima- und Biodiversitätskrise verlangen nach neuen Ansätzen und Ideen. Denn für eine krisensichere sowie widerstandsfähige Lebensmittelversorgung ist die Schweiz auf eine vielfältige und innovative Landwirtschaft angewiesen. Dabei spielen kleinere und mittlere Betriebe eine entscheidende Rolle.

Für den Bundesrat scheint das fortschreitende Verschwinden von Bauernbetrieben kein Problem zu sein, der Strukturwandel wird als unvermeidliche Entwicklung dargestellt.

Er bekennt sich damit auch zu einer immer stärker industrialisierten Landwirtschaft, wo immer weniger Menschen immer grössere Flächen bewirtschaften sollen.

Das Hofsterben ernsthaft angehen

Die Kleinbauern-Vereinigung und ihre Partnerorganisationen fordern demgegenüber eine vielfältige, lebendige und resiliente Landwirtschaft, welche die Produktion von Lebensmitteln mit dem Erhalt der Biodiversität sowie der natürlichen Ressourcen ganz allgemein verbindet. Eine Landwirtschaft, die motivierten Bäuerinnen und Bauern den Zugang zu Land ermöglicht und auch gemeinschaftlichen Formen der Bewirtschaftung, wie zum Beispiel einer solidarischen Landwirtschaft, Raum bietet. Dafür muss das Hofsterben endlich als Problem wahrgenommen und ernsthaft angegangen werden.

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