Offene Debatte, statt falsche Versprechen

Am 31. August ist es ein Jahr her, seit die Kleinbauern-Vereinigung zusammen mit der Allianz Gentechfrei und StopOGM die Petition «Neue Gentechnik-Verfahren dem Gentechnikgesetz unterstellen» eingereicht hat. Nun hat TA-Swiss (Fussnote) eine Studie veröffentlicht, welche die Chancen und Risiken der neuen Verfahren aufzeigt. Die Studie soll als eine der Grundlagen in die Diskussion einfliessen, wie die Schweiz die neuen gentechnischen Verfahren regeln soll.

Die Kleinbauern-Vereinigung war in der Begleitgruppe der Studie «Genome Editing – Interdisziplinäre Technikfolgenabschätzung» vertreten. Die umfangreiche Studie dauert von Herbst 2017 bis Frühling 2019. Mehrere Projektteams aus Österreich und der Schweiz zeigen die Chancen und Risiken in der Tier- und Pflanzenzucht und Gene Drive, sowie im medizinischen, rechtlichen und ökonomischen Bereich auf.

Nebst der umfassenden Studie mit fast 500 Seiten, veröffentlichte TA-Swiss auch eine eigens verfasste Kurzfassung mit Empfehlungen des Leitungsausschusses von TA-Swiss, der von alt-Bundesrat Moritz Leuenberger präsidiert wird. Der Leitungsausschuss wünscht sich, dass die öffentliche Debatte offen gestaltet wird und dabei alle Perspektiven einfliessen können. Zudem sollen Unsicherheiten benannt werden. Und hier seien gemäss Leitungsausschuss Wissenschaft, Medien und auch die Politik gefordert, offen mit den Grenzen des bestehenden Wissens umzugehen. Dies eine nachvollziehbare Empfehlung, denn nur allzu oft werden Forschungsresultate zu den neuen Verfahren wie Genome Editing nur im besten Lichte dargestellt, ohne auf die möglichen Risiken hinzuweisen. Im Bereich Pflanzen- und Tierzucht wünscht sich der Leitungsausschuss, dass Methoden erforscht werden, die es ermöglichen, in den Produkten nachzuweisen, ob neue gentechnische Methoden angewendet wurden oder nicht. Falls dieser Nachweis nicht gelingen sollte, müsse auf andere Art und Weise verhindert werden, dass durch neue Gentech-Verfahren hergestellte Lebensmittel undeklariert in den Verkauf geraten. Ausserdem sei systematische Forschung zu unerwünschten Effekten notwendig und ein Monitoring für entsprechend veränderte Organismen müsse etabliert werden. Die Kleinbauern-Vereinigung nimmt diese Empfehlungen mit Genugtuung zur Kenntnis. Sie fordert von den zuständigen Behörden, diese aus der breit abgestützten Studie abgeleiteten Empfehlungen, in die Tat umzusetzen.

Fussnote:

TA-Swiss: Stiftung für Technologiefolgen-Abschätzung

Link zur Studie

Link zur Kurzfassung

Dossier: Gentechfreie Landwirtschaft

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