Wieder 814 Betriebe verschwunden

Das Bundesamt für Statistik hat gestern die Zahlen der landwirtschaftlichen Strukturerhebung 2019 publiziert. Diese belegen, dass das Hofsterben unaufhaltsam weiter geht. Die Kleinbauern-Vereinigung bedauert diese Entwicklung und fordert in der Agrarpolitik 22+ endlich eine stärkere Förderung der Strukturvielfalt sowie von ausserfamiliären Hofübergaben.

814 Bauernbetriebe weniger zählte die Schweiz im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr. Noch immer schliessen damit täglich zwei bis drei Bauernhöfe ihre Stalltüren für immer und der Strukturwandel setzt sich fort. Stark unter Druck sind kleine und mittlere Höfe zwischen 5 und 10 Hektaren (-3,4%) sowie 10 bis 20 Hektaren (-3,3%) , während Grossbetriebe über 50 Hektaren (+3.2%) davon profitieren. Die Kleinbauern-Vereinigung bedauert diese Entwicklung, denn sie gefährdet die Vielfalt. Eine innovative Landwirtschaft braucht möglichst viele Hände und Köpfe. Gerade in Krisenzeiten, wie wir sie in den letzten Wochen erlebten, zeigt sich: Kleinere, diversifizierte und gut mit den Konsumentinnen vernetzte Bauernhöfe sind resilienter. Sie können sich neuen Situationen einfacher anpassen und sind dadurch gegenüber einseitig spezialisierten Grossbetrieben im Vorteil.

Strukturvielfalt und gesamtbetriebliche Ansätze stärken
Nun gilt es, die Ursachen des Hofsterbens und die Fehlentwicklung der letzten Jahrzehnte zu korrigieren. Die aktuelle Agrarpolitik schafft noch immer einseitige Anreize zu immer mehr Flächenwachstum. Die Kleinbauern-Vereinigung fordert deshalb schon seit längerem eine Obergrenze von 150’000 Franken pro Jahr und Hof und eine Umverteilung zu den kleinen und mittleren Höfen. Dadurch soll die Strukturvielfalt gestärkt werden.

Nur eine vielfaltige und konsumentennahe Landwirtschaft, die sich an lokalen Kreisläufen orientiert, ist für die Zukunft gewappnet. Erfreulich aus Sicht der Kleinbauern-Vereinigung ist die erneute Zunahme an Bio-Betrieben im Vorjahr (+3.5%). Biolandbau wird damit bereits auf 16 Prozent der Fläche betrieben. Dank ganzheitlichen Bewirtschaftungssystemen wie Bio oder IP Suisse können Defizite im Klima- und Umweltbereich konsequenter angepackt werden.

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