Iss, was um die Ecke wächst!

Wir wollen die Vielfalt der regionalen Produkte und die Menschen dahinter kennenlernen.

Herausforderung

Die Spielregeln sind einfach: 7 Tage essen und trinken, was vollständig in Entfernung einer Velotour (30 km) entstanden ist.

Regio Challenge

Iss, was um die Ecke wächst! Eine Woche nur essen und trinken, was in Veloentfernung entstanden ist.

Die grosse Auswahl an Lebensmitteln aus aller Welt lässt das Wissen und das Bewusstsein für regionalen und saisonalen Konsum schwinden. Mit einer Aktionswoche im September will die Kleinbauern-Vereinigung Gegensteuer geben und den Bezug zu unseren Lebensmitteln und ihrer Produktionsart stärken. Vom 9. bis 15. September sollen nur oder vorwiegend nachhaltig produzierte, regionale Lebensmittel konsumiert werden.

Die Idee der Regio Challenge: eine Woche essen und trinken, was in etwa der Entfernung einer Velotour produziert wurde. Wir wollen die Vielfalt der regionalen Produkte und die Menschen dahinter kennenlernen. Die Regio Challenge stärkt den Bezug zu unserem Essen, hinterfragt das Lebensmittelsystem und zeigt, wie unser Konsum von Regionalität, Nachhaltigkeit und Saisonalität entkoppelt ist.

Die Woche  soll das Bewusstsein über die Herkunft und der Wert unserer Nahrung stärken. Dabei entdecken wir wieder was regional wächst und gerade Saison hat. Beim Austausch mit dem Bauern kommen wir dem Produkt und der Produktionsweise wieder näher.

Die Woche ist eine Herausforderung. Es kann schon schwierig sein, eine Weile ohne Orangensaft, Kaffee, Bananen, Avocados, Ölivenöl, Pfeffer, Curry und andere Produkte aus der weiten Welt auszukommen. Trotzdem: es geht dabei nicht um Entbehrung, sondern um genussvolle, gesunde und kreative Ernährung. Vielleicht entdecken wir durch den bewussten Verzicht darauf aber eine lokale Mosterei oder eine Getreidemühle, von der wir bisher nichts wussten. Mit Sicherheit entdecken wir neue Rezepte und neue Perspektiven auf das, was um uns herum wächst… oder eben auch nicht wächst.

Mach mit bei der Aktionswoche!


Mitmachen

Der Grundsatz: Eine Woche lang sollen nur oder vorwiegend nachhaltig produzierte, saisonale und regionale Lebensmittel konsumiert werden.

Die Spielregeln: 7 Tage essen und trinken, was vollständig in Entfernung einer Velotour (ca. 30 km) entstanden ist.

Drei Joker: individuell können drei Zutaten verwendet werden, die uns weiterhin mit der Welt verbinden: Kaffee und Zucker zum Beispiel, oder Curry und Schokolade etc.

Allein oder im Team: Du kannst alleine teilnehmen oder mit anderen zusammen die Challenge bestreiten. Du kannst auch in deinem Quartier oder Dorf eine Veranstaltung organisieren.

Eine Sammlung an regionalen und saisonalen Rezepte findest du hier: ErnährungPlus-Rezeptportal, vom landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain BL

Flyer

Hintergrund

Die Regio Challenge ist in Deutschland entstanden und eng mit der Forderung nach Ernährungsouveränität verbunden. In der Schweiz nehmen wir das Prinzip der Aktionswoche auf und wollen so für eine bewusste Ernährung mit regionalen, saisonalen und nachhaltigen Produkten sensibilisieren. Die Vielfalt der Produkte und Produzenten in der Region kennenzulernen und sensibler gegenüber unserem Essverhalten und dessen Auswirkungen zu werden sowie den Bezug zum globalen Lebensmittelsystem herzustellen, sind einige Ziele der Challenge.

Der Mensch ist, was er isst. Wie jede unserer Aktivitäten hat auch unsere Nahrung Auswirkungen auf unsere Umwelt – und noch eine beachtliche dazu! 28% der Umweltbelastung durch den Konsum in der Schweiz werden von der Ernährung verursacht. Die Ernährung ist in den letzten Jahren vermehrt in den öffentlichen Fokus gerückt, diskutiert werden Themen wie Rückverfolgbarkeit, Gesundheit, Nähe, Vielfalt, gerechter Preis sowie nachhaltige Produktionsweisen. Gemäss Welternährungsorgansiation (FAO) zeichnen sich nachhaltige Ernährungsweisen durch schwache Auswirkungen auf die Umwelt aus, sie leisten einen Beitrag zur Ernährungssicherheit sowie zu einem gesunden Leben für heutige und zukünftige Generationen. Nachhaltige Ernährungsweisen tragen zum Schutz und zur Bewahrung der Biodiversität und der Ökosysteme bei, sind in kultureller Hinsicht annehmbar, wirtschaftlich gerecht und zugänglich, erschwinglich, ernährungsmässig sicher und gesund und ermöglichen eine Optimierung der natürlichen und menschlichen Ressourcen.

Die Ökobilanz der Ernährung wird hauptsächlich von der Wahl der Konsumentinnen und Konsumenten der Produkte (pflanzlich oder tierisch), der Transporte (mit oder ohne Flugzeug), der Produktionsorte und der landwirtschaftlichen Produktionsmethoden bestimmt. (Quelle: 2017, ​KVU CCE CCA)

Erfahre mehr über nachhaltige Ernährung. Weitere Themen kommen laufend dazu.

Je regionaler wir unser Essen beziehen, desto höher ist die Chance, dass wir die Produktion unserer Lebensmittel, den Transport, die Verarbeitung nachzuvollziehen und involvierte Menschen wahrnehmen können! Wir können zum Beispiel bei der Bäuerin oder dem Gärtner in der Umgebung nachfragen, wie sie/er anbaut, und uns bei einem Hofbesuch selbst einen Einblick verschaffen.

  • Wer baut meine Lebensmittel an?
  • Wie viel verdienen diese Personen?
  • Wem gehört das Land, auf dem mein Gemüse gewachsen ist?
  • Aus welchem Saatgut ist es gewachsen? Gibt es ein Patent darauf?
  • Wie viel Chemie ist drin?
  • Wie weit ist mein Essen gereist? Wer transportiert es?
  • Wer verarbeitet und verkocht es? Wer verpackt es? Wer lagert es?
  • Wie viel Leid und wie viel Freude stecken drin?

Schaue ich an, was ich täglich esse, und stelle mir die oben genannten Fragen, gefallen mir dann die Antworten? Kann ich diese Fragen überhaupt beantworten? Zumindest für ein einziges Lebensmittel?

Unser heutiges, hoch komplexes, globales Ernährungssystem mit unzähligen Stationen vom Acker bis auf meinen Teller ist nicht überschaubar und weitestgehend undurchsichtig. Bei verarbeitenden Produkten ist es zum Teil gar nicht vorgeschrieben die Herkunft der Rohstoffe anzugeben.

Auf der geschickt gestalteten Milchpackung sah die Kuh auf der Weide doch recht glücklich aus. Wenn wir wollen, macht es uns die Nahrungsmittelindustrie mit samt ihrem Marketing leicht das zu glauben. Sie hilft uns wegzusehen, zu verdrängen und uns am Überfluss zu erfreuen. Wir kriegen in der Werbung oder auf den Produktverpackungen Bauernhofidylle präsentiert und im Supermarktregal „saubere“ Produkte.

Je mehr wir nachforschen, desto deutlicher wird es: Durch die hohe Komplexität des globalen Ernährungssystems und die vielen Stationen unseres Essens verlieren wir den Bezug zu dem, was wir uns in den Mund stecken. Wir können nicht nachvollziehen, auf welche Art und Weise es produziert wird.

Uns geht es nicht nur um regionale, gesunde Ernährung, ausgereifte Früchte und die Vernetzung der Region. Es geht dabei um einen verantwortungsbewussten Konsum. (Fragekatalog der Regio Challenge Deutschland)

Kann ich die Fragen für mein Essen beantworten?

Bild: Preisaufschläge auf Erzeugerpreise bei Internalisierung externer Effekte. © Universität Augsburg/MRM

Bei der Herstellung von Lebensmitteln wird Boden, Wasser, Luft und Umwelt belastet. Die Folgekosten dieser Umweltschäden schlagen sich heute nicht im Produktpreis nieder, sondern müssen von der Allgemeinheit oder den nachfolgenden Generationen getragen werden. Die Idee der Kostenwahrheit will das ändern und den Produkten alle Kosten zurechnen, welche diese direkt oder indirekt verursachen. Somit würden Lebensmittel aus energieintensiver Produktion oder mit langem Transportweg markant teurer, während saisonal und ökologisch hergestellte Lebensmittel nur wenige zusätzliche Kosten verursachen. Ein Bioprodukt würde so im Verhältnis zu einem konventionell produzierten Lebensmittel günstiger. KonsumentInnen tragen mit ihrer Ernährung und ihren Einkaufsentscheiden zu einer nachhaltigen Landwirtschaft bei. Gleichzeitig ist jedoch die Politik gefordert, Umweltschäden den Verursachern anzurechnen bzw. die wahren Kosten zu verlangen. Mit An- und besonders auch Abreizen (z.B. Abgabe auf Pestizide) kann von Seiten Politik eine nachhaltige und klimaschonende Landwirtschaft gefördert werden.

Gastbeitrag von Felix Schläpfer, Vision Landwirtschaft: „Die wahren Kosten unserer Lebensmittel“

Gastbeitrag Kostenwahrheit

(c) Giorgio HösliDie Konsumentenpreise steigen, die Produzenten aber erhalten vom Konsumentenfranken einen immer kleineren Teil, während ein immer grösserer Teil beim Zwischenhandel bleibt. Gleichzeitig verlieren die Konsumenten und Konsumentinnen den Bezug zur Landwirtschaft.

Wie schafft man Verständnis für die Landwirtschaft, Transparenz bei der Produktion, Verarbeitung und beim Transport? Wie kann man die Wertschöpfung wieder in Bauernhand geben? Durch den direkten Einbezug der Konsumenten, im Hofladen oder bei der Mitarbeit auf dem Feld.

Gastbeitrag von Tina Siegenthaler, Kooperationsstelle für solidarische Landwirtschaft: „Solidarische Landwirtschaft: Was ist das?“

Gastbeitrag SOLAWI

Mit jedem Einkauf beeinflussen Konsumentinnen und Konsumenten die Arbeits- und Produktionsbedingungen von Menschen im globalen Süden. Die Schweiz importiert heute die Hälfte aller hierzulande konsumierten Lebensmittel. Wenn die Konsumentinnen und Konsumenten bereit sind, faire Preise für nachhaltig produzierte Lebensmittel zu bezahlen, hilft dies nicht nur der Umwelt, sondern auch den Bauernfamilien in der Schweiz und weltweit.

Mit den Nachhaltigkeitszielen der UNO (Sustainable Developement Goals SDG) hat sich die Schweiz für einen nachhaltigen Konsum und zu einer nachhaltigen Produktion weltweit verpflichtet. Nicht nur die regionalen Lebensmittel sollen möglichst umweltgerecht und fair hergestellt werden, sondern auch die importierten. Die Konsumentinnen und Konsumenten haben es in der Hand, dass der Anteil fair gehandelter Lebensmittel endlich zunimmt.

Gastbeitrag Christine Badertscher, Swissaid: Fairer Handel statt Freihandel: Nachhaltige Lebensmittel haben ihren Preis“

Gastbeitrag Fairer Handel

Gesamtmenge Lebensmittelabfälle in der Schweiz aus der Entsorgungsperspektive (gemessen in Tonnen Frischsubstanz) (c) BAFU

Rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel landen in der Schweiz nicht auf dem Teller, sondern im Abfall. Auf jeder Verarbeitungsstufe wird aussortiert und entsorgt. Das beginnt auf dem Bauernhof; nur die perfekt geformten Rüebli und die makellosen Äpfel können verkauft werden. Verarbeitungs- und Handelsbetriebe entsorgen Nebenprodukte oder produzieren zu grosse Mengen. Im Verkaufsregal befristet das Ablaufdatum die Lebensdauer. Die Hälfte des Food Wastes geschieht jedoch in Haushalten und Gastronomiebetrieben. Unüberlegte Kaufentscheidungen, schlechte Lagerung und zu grosse Portionen lassen Lebensmittel in den Abfällen der Konsumentinnen und Konsumenten verschwinden. Weggeworfene Lebensmittel verschwenden Ressourcen und kosten Geld.

Gastbeitrag von Miriam Siegenthaler, OGG Bern: „Weniger Food Waste, weniger Umweltbelastung“

Gastbeitrag Food Waste

Bäuerinnen und Bauern arbeiten in und mit der Natur und spüren deshalb die Auswirkungen der Klimaveränderung ganz direkt. Gleichzeitig haben sie grossen Einfluss auf das Klima, ist die Landwirtschaft doch einer der grössten Mitverursacher des Klimawandels.

Neben der Herausforderung sich möglichst schnell an die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen, müssen die Landwirtinnen und Landwirte den Treibhausausstoss in der Produktion dringend senken. Dabei muss an verschiedenen Orten angesetzt werden wie zum Beispiel einer schonenden und humusaufbauenden Bodenbearbeitung, einer graslandbasierten Fütterung von Wiederkäuern, der saisonalen Produktion, einer Reduktion des Pestizideinsatzes, der Minimierung von Transporten sowie Food Waste u.s.w.

Beitrag von Dora Fuhrer, Kleinbauern-Vereinigung: „Wie beeinflusst unsere Nahrung das Klima?“

Beitrag Klima

Zur Biodiversität – Vielfalt von Lebensräumen, Arten und Genen – gehören auch wir Menschen, denn alles ist miteinander verbunden und voneinander abhängig. Die Biodiversität bildet unsere Lebensgrundlage. Ihr verdanken wir unsere Nahrung, sauberes Wasser und Luft, Kleidung, Energie, Baustoffe, Medikamente sowie bewohnbare Landschaften (Ökosystemleistungen). Eine intakte Biodiversität ist von grösstem Wert für unsere Gesellschaft und Wirtschaft.

Unsere Lebensmittelwahl beeinflusst die Biodiversität. Mit der Wahl von Produkten aus ökologisch wirtschaftenden Betrieben und durch die Einschränkung unseres Fleischkonsums können wir ein Zeichen setzen.

Gastbeitrag von Pascal König, Birdlife: „Biodiversität im Kulturland der Schweiz“

Gastbeitrag Biodiversität

Der Anbau unterschiedlicher Kulturen und Sorten (Früchte, Gemüse, Getreide) sowie die Zucht verschiedene Tierrassen schützen die genetische Vielfalt. Gegenwärtig beruhen 90 % der Ernährung der Menschheit auf lediglich 30 Pflanzensorten. Die Bedürfnisse von Verbrauchern und Verteilern sowie die landwirtschaftliche Selektion haben zu einem beträchtlichen Rückgang der genetischen Vielfalt der weltweit genutzten Arten geführt. Diversifizierte Agro-Ökosysteme sind unsere genetische Lebensversicherung, die beispielsweise eine Anpassung an den Klimawandel und an Schädlinge ermöglichen, und sie sind ein wesentlicher Teil unseres Kulturerbes. (Quelle: 2017, ​KVU CCE CCA)

Vielfalt auf dem Acker statt Monokulturen vom Labor: Auch nach 20 Jahren Entwicklung haben Gentech-Pflanzen mit Nachhaltigkeit nichts zu tun. Noch immer werden hauptsächlich Soja, Mais, Baumwolle und Raps im Labor mit einer Herbizidtoleranz, Genen zur Produktion eines eigenen Insektengifts oder beidem ausgestattet.

Gentech-Pflanzen dienen der industriellen Landwirtschaft, die auf grossen Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln setzt. Mit weitreichenden Folgen für die Umwelt: Die Artenvielfalt schwindet, resistente Unkräuter und Schädlinge bedrohen die Ernte und die Bodenfruchtbarkeit leidet. Dank einem Moratorium ist in der Schweiz das Inverkehrbringen von gentechnisch veränderten Organismen in der Landwirtschaft momentan bis Ende 2021 verboten.


Podiumsdiskussiion

«Regional – Chance für eine nachhaltige Ernährung?»

Als Auftakt zur Regio Challenge vom 9.-15. September veranstaltete die Kleinbauern-Vereinigung eine Podiumsdiskussion zum Thema: «Regional – Chance für den nachhaltigen Konsum?». Darüber ob und welche regionale Ernährung zu mehr nachhaltigem Konsum beitragen, gingen die Meinungen auseinander. Dass mehr saisonale Lebensmitteln oder ein geschickteres Leiten der KonsumentInnen sinnvolle und notwendige Wege sind, darüber waren sich die PodiumsteilnehmerInnen jedoch im Grundsatz einig. Hier die Zusammenfassung der Diskussion.

Wieder wesentlich stärker auf die Saisonalität von Lebensmitteln zu achten, macht Sinn, darin waren sich die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer einig. Die negative Auswirklungen der Produktion, lassen sich so reduzieren. Ob und unter welchen Bedingungen ein regionaler Konsum sinnvoll ist, da gingen die Meinungen dagegen auseinander. Regina Fuhrer-Wyss, Präsidentin der Kleinbauern-Vereinigung und Biobäuerin betonte denn auch: «Sinn der Regio Challenge ist das Bewusstsein der KonsumentInnen zu fördern. Ein stärkerer Bezug zu unseren täglichen Lebensmitteln ist wichtig für die Landwirtschaft hierzulande und ebenso für die Bäuerinnen und Bauern des Südens. Wir müssen endlich auch die Verantwortung für die Produktionsweise unsere Importe wahrnehmen.»

Wie herausfordern es ist als Konsumentin und Konsument das «richtige» zu kaufen, soll mit der Regio Challenge im Selbstversuch erfahren werden. Dass die Konsumentinnen teilweise aber auch besser geführt werden müssen und etwas an Macht abgeben sollten, brachte Adrian Widmer, Geschäftsführer von Gebana pointiert auf den Punkt: «Der Kunde ist König, aber er hat keine Ahnung. Wir müssen die Kunden clever leiten, denn diese warten auf kreative Ideen.»

Unter das Stichwort an kreativeren Lösungen fallen auch die verschiedenen regionalen Vertragslandwirtschaftsprojekte, die in den letzten Jahren entstanden sind. Tina Siegenthalter von der Kooperationstelle SOLAWI und co-Betriebsleiterin Fondlihofs engagiert sich genau in diesem Bereich. «In der Landwirtschaft geht es stark um Care-, also Betreuungsarbeit.» Es gilt die Tiere, den Boden etc. sorgsam zu pflegen und betreuen. Damit eine solche Landwirtschaft möglich ist, braucht es ein starkes Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten. «Dabei spielt ebenfalls die regionale politische Ebene eine wichtige Rolle. Beispiele wie Genf oder das Ernährungsforum in Zürich zeigen das gut auf.»

Ein weiteres wichtiges Thema in der Diskussion war die Frage der Transparenz. Thomas Nemecek von der Forschungsgruppe Ökobilanzen bei Agroscope verwies auf die heute fehlende Transparenz, welche verbessert werden muss. «Auch Labels helfen nur bedingt weiter, die Bandbreite innerhalb der Label ist gross. Und nur weil man den Hof kennt, weiss man ebenfalls noch nicht alles über die Produktion».

«Der Vertrauensaspekt bei regionalen Produkten ist wichtig» bekräftige auch Thomas Cottier, vom World Trade Institute. Die Frage sei, wie man daraus einen komparativen Vorteil machen könnte. Cottier betonte jedoch auch die wichtige Funktion des internationalen Handels: «Auf den Klimawandel und verschärfte Probleme wie der Trockenheit sind wir mit unserer protektionistischen Handelspolitik schlecht vorbereitet.» Über die Ausgestaltung der Handelsbeziehungen gingen die Meinungen der Podiumsteilnehmer allerdings auseinander.

Moderation: Alexandra Gavilano, CDE Uni Bern

-> Blog Beitrag von Gebana zur Podiumsdiskussion

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