Neue Gentechnik-Verfahren dem Gentechnikgesetz unterstellen

Seit Jahrzehnten wird versprochen, mit gentechnisch veränderten Pflanzen liessen sich Probleme wie Welthunger, Umweltbelastung durch Pestizide oder Mangelernährung beseitigen. Diese Versprechen sind unerfüllt geblieben. Nun sollen es neue gentechnische Verfahren richten – ohne transparente Deklaration. Um zu verhindern, dass so Gentechnik durch die Hintertür eingeführt wird, lancieren die Kleinbauern-Vereinigung, die Schweizer Allianz Gentechfrei und Stop OGM – Alliance suisse pour une agriculture sans génie génétique – eine Petition.

Obwohl auch mit den neuen Gentechnik-Verfahren ins Genom eingegriffen wird, fordern Vertreter der Biotech- und Agrarindustrie sowie Forschende, diese Verfahren von der bestehenden Gentechnikregulierung auszunehmen. Das trotz fehlender Erfahrung mit den neuen Techniken. Erste Pflanzen, die mit Hilfe neuer gentechnischer Verfahren entwickelt wurden, sind in den USA bereits auf dem Markt. Wenn die Verfahren nicht als Gentechnik eingestuft werden – sowohl in der Schweiz, als auch in der EU werden hierzu bald politische Entscheidungen erwartet – könnten diese Pflanzen ohne Regulierung und Kennzeichnung auf dem Teller von Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten landen.

«Wo Gentechnik drinsteckt, muss auch Gentechnik draufstehen! Alles andere ist Täuschung. Produkte der neuen Gentechnik-Verfahren müssen vor ihrer Freisetzung auf ihre Sicherheit überprüft werden», fordert deshalb SAG-Präsidentin und Nationalrätin Martina Munz. Denn ohne Regulierung als Gentechnik wird keine Risikobewertung und keine Kennzeichnung verlangt. Die Folge wäre weder Transparenz in der Produktion noch beim Einkauf.

Die Petition «Neue Gentechnik-Verfahren dem Gentechnikgesetz unterstellen!» verlangt vom Bundesrat und Parlament, die neuen Verfahren unter das Gentechnikgesetz zu stellen und so dem Vorsorgeprinzip Rechnung zu tragen. «Die Schweiz braucht eine vielfältige Landwirtschaft statt Agrarindustrie – eine verantwortungsvolle Regelung der neuen gentechnischen Verfahren im Rahmen des Gentechnikgesetzes ist deshalb ein Muss», sagt Regina Fuhrer-Wyss, Biobäuerin und Präsidentin der Kleinbauern-Vereinigung.

Kampagne: Keine Gentechnik durch die Hintertür!

Die Petition ist Teil der Kampagne „Keine Gentechnik durch die Hintertür“. Diese informiert anhand von Beispielen, welche Eingriffen z.B. bei Äpfeln, Bienen, Schweine oder Kühen getätigt werden. Die Ziele der Veränderungen sowie Risiken und Folgen einer Freisetzung für die Landwirtschaft und Umwelt werden aufgezeigt. Die Petition wird von allen 25 Trägerorganisationen der Schweizer Allianz Gentechfrei unterstützt.

Weitere Informationen: www.keine-neue-gentechnik.ch

News und Berichte zum Thema

Forderungen zur AP22+ eingereicht

Heute endete die Vernehmlassung zur AP22+. In Ihrer Stellungnahme begrüsst die Kleinbauern-Vereinigung die Einführung des Betriebsbeitrags und der Obergrenze, fordert jedoch klare Korrekturen in der Höhe. Was jedoch gar nicht…

Griffigere Massnahmen im Klimabereich gefordert

Agrarpolitik ist auch Klimapolitik, denn die Landwirtschaft und unsere Ernährung tragen nicht nur global, sondern auch in der Schweiz erheblich zum Klimawandel bei. Wir müssen dringend umdenken – und dabei…

Bundesrat lehnt auch zweite Pestizidinitiative ab

Der Bundesrat lehnt die Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» ab und verzichtet darauf, einen Gegenvorschlag auszuarbeiten. Seine Argumente gleichen denjenigen, die er bereits im vergangenen Herbst gegen die…