Kleine und mittlere Landwirtschaftsbetriebe fördern

Das Bundesamt für Landwirtschaft präsentierte am 17. November den Agrarbericht 2014. Die gute Teilnahme an den neuen Programmen der Agrarpolitik 2014-17 zeigt, dass die Schweizer Bäuerinnen und Bauern bereit sind, sich den Herausforderungen zu stellen. Aus Sicht der Kleinbauern-Vereinigung ist es jedoch sehr problematisch, dass im neuen System grössere Betriebe bevorteilt werden. Kleine und mittlere Betriebe sind das Rückgrat der Schweizer Landwirtschaft, sie müssen in Zukunft stärker gefördert werden.

Die ersten Direktzahlungen im neuen agrarpolitischen System wurden in den letzten Wochen ausbezahlt. Noch ist es nicht möglich, genaue Aussagen über die Auswirkungen des neuen Direktzahlungssystems zu machen. Bereits seit langem ist jedoch klar, dass grosse Betriebe im Vorteil sind, da die Direktzahlungsbeiträge neu stärker an die Fläche gebunden sind. Zugunsten der grössten Betriebe wirken aber vor allem die Abschaffung der Einkommens- und Vermögensgrenze und die neu weniger starke Abstufung der Direktzahlungen nach Fläche. Zusätzlich sollen kleinere Betriebe durch die geplante Anpassung der Standardarbeitskraft benachteiligt werden.

Akzeptanz der Direktzahlungen ist zentral

Das neue Direktzahlungssystem muss für eine faire Verteilung der Gelder sorgen, dazu sind dringend Leitplanken notwendig. Die aktuelle Entwicklung gefährdet nicht nur die Vielfalt der Schweizer Landwirtschaft sondern auch die Akzeptanz der Direktzahlungen in der Bevölkerung. Aus Sicht der Kleinbauern-Vereinigung muss dieser Entwicklung nun entgegengewirkt werden, indem die kleinen und mittleren Betriebe stärker gefördert werden.

Bäuerinnen und Bauern nehmen Herausforderung an

Erfreulich ist dagegen, dass die Bäuerinnen und Bauern sehr schnell auf die neue Agrarpolitik reagiert haben und bereits jetzt zahlreich an den neuen Programmen teilnehmen. Es zeigt, dass die Bäuerinnen und Bauern die Herausforderungen der Zukunft annehmen und ein grosses Engagement aufbringen.

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