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Haltung zur Gentechnik und zu den neuen gentechnischen Methoden

Der freie Zugang zu einer möglichst grossen Vielfalt an Saatgut und Pflanzen für Bäuerinnen und Bauern sowie die Wahlfreiheit für die Konsument:innen sind nur durch eine umfassende Regulierung der gentechnischen Verfahren gewährleistet. Für die Kleinbauern-Vereinigung als Bäuer:innen- und Konsument:innenorganisation ist klar, dass auch die neuen gentechnischen Verfahren dieser Regelung unterstehen müssen. Denn nur so ist unsere Ernährung für die Zukunft gesichert und bleibt in der Hand von Landwirtschaft sowie Konsument:innen.

Foto: Severin Nowacki/Ex-Press/SAG

Der freie Zugang zu einer möglichst grossen Vielfalt an Saatgut und Pflanzen für Bäuerinnen und Bauern sowie die Wahlfreiheit für die Konsument:innen sind nur durch eine umfassende Regulierung der gentechnischen Verfahren gewährleistet. Für die Kleinbauern-Vereinigung als Bäuer:innen- und Konsument:innenorganisation ist klar, dass auch die neuen gentechnischen Verfahren dieser Regelung unterstehen müssen. Denn nur so ist unsere Ernährung für die Zukunft gesichert und bleibt in der Hand von Landwirtschaft und Konsument:innen.

Folgende Argumente liegen unserer Überzeugung zu Grunde:

  • Die Kleinbauern-Vereinigung setzt sich ein für ein resilientes Landwirtschafts- und Ernährungssystem. Eine grosse Vielfalt an Saatgut und Pflanzen, das notwendige Züchtungswissen und der freie Zugang sind dazu essenziell.

Mit der Gentechnik, dazu gehören auch die neuen Verfahren, droht eine Einschränkung des Zugangs zu Saatgut und eine weitere Konzentration in der Hand von einigen wenigen Anbietern. Eine solche Konzentration existiert bereits bei der Tiergenetik zum Beispiel beim Mastgeflügel.

⇒ Saatgut muss ein Gemeingut und für alle zugänglich bleiben (Stichwort Open Source)

 

  • Die Trennung der Warenflüsse zwischen GVO-freien und GVO-haltigen Produkten würde in der kleinräumigen Schweiz einen enormen bürokratischen Aufwand nach sich ziehen. Kosten und Nutzen stehen in keinem Verhältnis. Auch rechtliche Fragen insbesondere jene der Haftung, bleiben bisher ungeklärt.

⇒ Die Wahlfreiheit der Konsument:innen und Vielfalt an Produkten ist ein hohes Gut, ein zentrales Verkaufsargument sowie ein wichtiger Teil der Qualitätsstrategie Schweiz. Die verschiedenen offenen Fragen (u.a. Postulate) bedürfen einer fundierten Abklärung.

 

  • Die aktuellen Herausforderungen der landwirtschaftlichen Produktion müssen ganzheitlich angegangen werden. Die Forschung und neue Technologien können dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Die Gentechnik und neuen gentechnischen Verfahren bringen jedoch immer noch zu viele Unsicherheiten und Risiken mit sich. Deshalb braucht es eine gründliche Regulierung. Die Landwirtschaft darf nicht bloss Symptombekämpfung betreiben. Die Hoffnungen nun vorwiegend auf neue Technologien zu legen, weil in den vergangenen Jahren eine ökologische Saatgutzucht zu wenig gefördert wurde, ist kein überzeugender Weg.  Auch darf nicht alleine auf neue Züchtungen gesetzt werden, vielmehr gilt es, die Anbausysteme insgesamt zu überdenken.

⇒ Standortangepasstes Saatgut und Anbausysteme fördern, anstatt auf hoch technologisierte gentechnische Verfahren zu setzen

 

  • Eine Transparente und zuverlässige Regelung ist elementar für die Landwirtschaft und die Konsument:innen. Eine vorschnelle Zulassung schafft rechtliche Unsicherheiten und schadet dem Vertrauen der Konsument:innen in die Schweizer Landwirtschaft

⇒ Keine unnötige Rechtsunsicherheiten schaffen und eine resiliente Landwirtschaft unterstützen

 

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