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Grossbetriebe gefährden Schweizer Versorgung

Eine sichere Versorgung ist nur gewährleistet, wenn möglichst viele Bauernbetriebe erhalten und Bäuerinnen und Bauern in der Landwirtschaft tätig bleiben. Die aktuelle Landwirtschaftspolitik setzt zu stark auf Grossbetriebe. Von der Abschaffung der Direktzahlungsobergrenzen und der Abschwächung der Abstufung nach Fläche profitieren flächenmässig grosse Betriebe und reiche Bauern. Die Kleinbauern-Vereinigung gibt Gegensteuer und schlägt eine Neuverteilung der Versorgungssicherheitsbeiträge vor. Davon würden zwei Drittel aller Betriebe profitieren.

Ein Dogmawechsel in der Landwirtschaft ist dringend notwendig: Wachstum und Spezialisierung wird noch immer von vielen Behörden und Politikern als richtiger Weg für die Landwirtschaft propagiert. Die aktuellen volkswirtschaftlichen Herausforderungen zeigen, dass dieser Weg aus wirtschaftlicher Sicht höchst risikoreich ist. Eine vielfältige Landwirtschaft ist nötig, um eine echte Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Für eine sichere Versorgung braucht es zudem nicht nur Vielfalt, sondern auch zahlreiche Hände und Köpfe (Wissen und Arbeitskräfte) anstatt aus Energie- und Ressourcensicht problematisch hohe externe Inputs. Die aktuelle Entwicklung mit grossem Wachstumsanreiz führt zu
  • Verlust an Versorgungssicherheit aufgrund sinkender Anzahl Betriebe
  • Verlust der Anpassungsfähigkeit (Resilienz), durch immer grössere, spezialisierte Höfe
  • Verlust an Vielfalt und Biodiversität mangels abwechslungsreicher Nutzung und Pflege
  • Verlust der Akzeptanz der Direktzahlungen in der Bevölkerung, da eine faire Verteilung fehlt

Die Schweizer Landwirtschaft muss weg von der Wachstumslogik hin zu mehr Wertschöpfung und Qualität. Die Kleinbauern-Vereinigung fordert deshalb, die kleinen und mittleren Betriebe stärker zu fördern. Mit einer Neuverteilung der Versorgungssicherheitsbeiträge können zwei Drittel aller Betriebe stärker unterstützt werden, da die Versorgungssicherheitsbeiträge nach oben begrenzt werden.

Internationale Empfehlung

Auf internationaler Ebene empfehlen sowohl die Autorinnen und Autoren des Weltagrarberichts als auch der UNCTAD (Welthandels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen) ein Umdenken. Die Landwirtschaft soll vielfältiger, nachhaltiger und kleinbäuerlicher werden und weg von einer industriellen, energie- und ressourcenaufwändigen Produktion kommen.

Neuverteilung Versorgungssicherheitsbeiträge: Zwei Drittel aller Betriebe profitieren

Über die Versorgungssicherheitsbeiträge werden heute knapp 40 Prozent der Direktzahlungen ausbezahlt. Neu sollen alle Betriebe für die ersten 10 Hektaren einen besonders grossen Basisbeitrag pro Hektare erhalten, für Hektaren 10-20 einen etwas tieferen und für Hektaren 20-30 nochmals einen reduzierten Basisbeitrag. Ab der dreissigsten Hektare wird kein Basisbeitrag Versorgungssicherheit mehr ausbezahlt. Mit diesem neuen Verteilungssystem erhalten mehr als 40‘000 Betriebe, also gut zwei Drittel aller Bauernbetriebe in der Schweiz, höhere Versorgungssicherheitsbeiträge. Die kleinen und mittleren Bauernbetriebe, welche das Rückgrat einer vielfältigen Schweizer Landwirtschaft bilden und eine sichere Versorgung gewährleisten, werden mit dieser Neuverteilung gefördert.

Pressedossier Mediengespräch vom 3. Februar 2015:

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