Pestizid-Initiativen im Nationalrat: Gegenvorschlag wichtig für die Landwirtschaft

Die Nationalrätinnen und Nationalräte debattieren in diesen Tagen über die beiden Pestizidinitiativen. Ein Votum der ParlamentarierInnen für einen Gegenvorschlag ist wichtig. Lehnt der Nationalrat einen solchen ab, bringt er die Landwirtinnen und Landwirte arg in ein Dilemma.

Es liegt nun an den Nationalrätinnen und Nationalräten, ob diese Woche doch noch ein Gegenvorschlag zu den beiden Pestizid-Initiativen, für sauberes Trinkwasser und eine Schweiz ohne synthetische Pestizide, zustande kommt. Für viele Bäuerinnen und Bauern ist ein solcher Gegenvorschlag ganz wichtig. Die beiden Initiativen greifen ein grosses Anliegen der Bevölkerung auf. Die Umsetzung der beiden Vorschläge stellt die Landwirtschaft jedoch vor eine Herausforderung. Ein griffiger Gegenvorschlag lässt dagegen Verbesserungen zu, ohne die Bäuerinnen und Bauern zu überfordern. Gleichzeitig wird auch endlich die Forschung, auf die die Landwirtschaft dringend angewiesen ist, in die Pflicht genommen.

Dilemma, besonders für ökologisch engagierte Bäuerinnen und Bauern

Ohne Gegenvorschlag müssen sich die Landwirtinnen und Landwirte für oder gegen die Initiativen entscheiden. Dass mehr passieren muss als bisher und die Probleme nicht einfach verdrängt werden können, ist jedoch innerhalb der Landwirtschaft für viele klar. Und das wohlwissend, dass die beiden Initiativen gewisse Mankos haben und grosse Herausforderungen bergen. Mit einem Gegenvorschlag dient die Politik somit einer zukunftsgerichteten Landwirtschaft. Vor allem aber unterstützt sie die Bäuerinnen und Bauern darin, Fortschritte im Bereich einer pestizidfreien Landwirtschaft zu erzielen. Ein positives Signal der Politik hilft der Landwirtschaft zudem, die Glaubwürdigkeit gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten aufrecht zu erhalten.

Wer kauft Produkte, die den ÖLN nicht erfüllen?

Leider liefert die aktuelle Agrarforschung keine wirklich glaubwürdigen Szenarien, wie eine Landwirtschaft mit weniger Pestiziden und importierten Futtermitteln aussehen könnte. Die neuste Studie von Agroscope blendet das Konsumentenverhalten fast vollständig aus und beschäftigt sich zudem nur mit einer der beiden Initiativen. Das Szenario, dass viele Betriebe mit der Trinkwasserinitiative aus dem Ökologischen Leistungsausweis ÖLN austeigen würden, ist aus Sicht der Kleinbauern-Vereinigung unrealistisch. Wer soll all die Produkte derjenigen Produzenten kaufen, die gemäss der Studie von Agroscope bei einer Umsetzung der Initiative aus dem ÖLN aussteigen würden? Ob die KonsumentInnen und damit auch der Detailhandel Produkte kaufen, die nicht einmal den Suisse Garantie Standard erfüllen? Die Bäuerinnen und Bauern können solche Fragen, im Gegensatz zur Forschung, nicht einfach ausblenden.

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