Die Klimakrise betrifft uns alle. Sie bedroht unsere Lebensgrundlage. Die Kleinbauern-Vereinigung engagiert sich seit 1980 für ein Landwirtschafts- und Ernährungssystem, das die Emissionen minimiert, Ressourcen schont und die Lebensgrundlagen auch für künftige Generationen sichert.
Deshalb hat die Kleinbauern-Vereinigung das Klimaschutz-Gesetz, das die Stimmbevölkerung am 18. Juni 2023 angenommen hat, mit einer Kampagne unterstützt. Unter dem Motto «Bäuerinnen und Bauern fürs Klima» rief sie Landwirtinnen und Landwirte dazu auf, ihr Engagement und ihre Unterstützung für mehr Klimaschutz sichtbar zu machen. Die Kampagne hat gezeigt: Viele Betriebe übernehmen Verantwortung #fürsKlima.
Die Land- und Ernährungswirtschaft muss sich möglichst schnell auf eine klimafreundlichere Praxis ausrichten. Die Politik liefert dazu bisher aber weder klare Etappenziele noch genügend Anreize. Glücklicherweise lassen sich viele Praktikerinnen und Praktiker von der Untätigkeit der Politik nicht bremsen. Sie erkennen hautnah, welche Verantwortung die Landwirtschaft trägt und welche Herausforderungen sich mit dem Klimawandel akzentuieren. Sie handeln heute schon und senden damit auch gegenüber der Politik ein klares Signal: Die ressourcenintensiven und klimaschädlichen Konzepte haben ausgedient. Es braucht ein Ernährungssystem, das die Ressourcen schont, die Emissionen minimiert und die Lebensgrundlagen auch für künftige Generationen sichert.
Es gibt eine Vielzahl an Betrieben, die sich aktiv mit dem Klimawandel, dessen Auswirkungen und ihrem eigenen Handlungsspielraum auseinandersetzen. Sie wollen Verantwortung übernehmen und einen Beitrag leisten. Schliesslich geht es dabei um nichts weniger als die Zukunft. Sie verfolgen das Ziel einer resilienten, also widerstands- und anpassungsfähigen Landwirtschaft.
So vielfältig die Höfe sind, so individuell können die Ansätze sein. Die vier Hofporträts aus verschiedenen Teilen der Schweiz zeigen, dass vieles möglich ist, die Lösungen durchaus wirtschaftlich sind und auch die Konsumentinnen und Konsumenten mitziehen.
Eine zukunftsgerichtete Landwirtschaft lebt von kreativen Ideen und Erfindergeist. Nicht nur unsere vier Höfe sind visionär unterwegs, sondern viele mehr! Lassen wir uns inspirieren von weiteren Betrieben und Konzepten, die Agrikultur anders leben und denken.
Der Klimawandel betrifft Bäuerinnen und Bauern besonders stark. Sie stehen an einem Brennpunkt in der Debatte und auch in der Praxis – ihrem Berufsalltag. Einerseits wirken sich die klimatischen Veränderungen direkt auf die Landwirtschaft aus: Wetterextreme, wie Dürren oder anhaltender Starkregen, bedrohen die landwirtschaftliche Produktion. Andererseits können Bäuerinnen und Bauern auch direkt darauf Einfluss nehmen, wie klimaschonend sie wirtschaften.
Informationen, Zahlen zur Landwirtschaft als Betroffene und Mitverursacherin des Klimawandels und Massnahmen zur Minderung des Treibhausgasausstosses finden sich auch in unserem Dossier: Klima & Agrarökologie.
Ein klimaschonendes Ernährungs-System ist standortangepasst, vielfältig und resilient. Bäuerinnen und Bauern passen darin ihre Tierbestände den verfügbaren Graslandflächen an und setzen auf Ackerkulturen für die menschliche Ernährung. Sie schonen den Boden und wählen sorgfältig passende Sorten und Tiere aus. Ausserdem helfen sie dabei, den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben.
Weshalb Klimaschutz eine Chance für die Landwirtschaft ist und was es für die Wende hin zu einem klimafreundlicheren Ernährungssystem braucht, erläutert Kilian Baumann im zweiteiligen Interview. Er sagt: «Es gibt viele Akteure, die vom gegenwärtigen Ernährungssystem profitieren und die ein entsprechend geringes Interesse an Veränderungen haben.»
Teil 1: Klimaschutz als Chance? Vier Fragen an Kilian Baumann
Teil 2: Klimafreundliches Ernährungssystem: Zutaten für den Wandel
Kilian Baumann, Nationalrat, Biobauer und Präsident der Kleinbauern-Vereinigung
Diese Galerie zeigt Bäuerinnen und Bauern, die sich 2023 unserer Kampagne «Bäuerinnen und Bauern fürs Klima» angeschlossen haben.
Die Kampagne «Bäuerinnen und Bauern fürs Klima» wurde mitgetragen von Demeter Schweiz und der Schweizer Bergheimat.
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