fbpx

Gegen die Freisetzung von gentechnisch veränderten Kartoffeln

Die SAG und StopOGM verteilen heute in mehreren Schweizer Städten Bio-Saatkartoffeln. Damit setzen sie ein Zeichen gegen die geplanten Freisetzungsversuche von Agroscope mit gentechnisch veränderten Kartoffeln im zürcherischen Reckenholz. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) wird in Kürze entscheiden, ob die Freisetzungsversuche bewilligt werden oder nicht.

„Diese Kartoffeln brauchen keinen Sicherheitstrakt!“ Unter diesem Motto starten die SAG und StopOGM unterstützt von lokalen Organisationen in mehreren Städten eine Verteilaktion mit Bio-Saatkartoffeln für den Anbau zu Hause auf dem Balkon oder im Garten.
Die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Agroscope will auf der sogenannten „Protected Site“, einem überwachten und eingezäunten Versuchsfeld, gentechnisch veränderte Kartoffeln im Freiland testen, die resistent gegen die Kraut-und Knollenfäule sein sollen.
Entwickelt wurden die cisgenen Versuchspflanzen von Forschern der niederländischen Universität Wageningen. Agroscope rechnet damit, dass sich diese Freisetzungsversuche über 5 Jahre hinziehen werden. Die Kosten allein für den Unterhalt der „Protected Site“ sind beachtlich. Pro Jahr werden Fr. 750’000 veranschlagt.
SAG Präsidentin und Biobäuerin Maya Graf kritisiert: „Die knappen Forschungsgelder in der Schweiz sollten nicht für Versuche eingesetzt werden, die für die Schweiz keine Lösung bieten. Die Schweiz kann sich nur mit Qualitätsprodukten profilieren.“ Und gemäss Qualitätscharta, wie sie von der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft definiert wurde, bedeutet dies: Qualitätsprodukte ohne GVO. Ob Bio oder IP, alle bekannten Schweizer Lebensmittel-Labels garantieren gentechnikfreie Produkte.Der Grossteil der Schweizer Bevölkerung lehnt Gentechnik in Lebensmitteln ab.

Züchtung robuster Sorten

Die SAG setzt sich für eine Pflanzenzüchtung ein, die sich an natürlichen, standortgerechten Methoden orientiert und vor allem im Feld im Austausch mit der Umwelt stattfindet. Sinnvoller als teure Versuche, in denen umstrittene Technologien angewendet werden, wären daher Forschungsprojekte, die bei der Züchtung robuster oder resistenter Sorten ansetzen. Bei den gentechnisch veränderten Kartoffeln setzen die Forscher jedoch auf die im Handel verbreiteten Sorten, die eine hohe Krankheitsanfälligkeit haben. In den Niederlanden, einem der führenden Länder in der Kartoffelzüchtung, sind bereits bemerkenswerte Erfolge mit neuen, biogezüchteten Sorten erzielt worden, die nicht nur resistent sind gegenüber der Kraut- und und Knollenfäule, sondern auch andere positive Eigenschaften für den biologischen Anbau aufweisen.

News und Berichte zum Thema

Wichtige Vielfalt in Gefahr

​Neue Gentechnik-Verfahren machen es möglich, gezielt in die Genomsequenz eines Organismus einzugreifen und diese zu verändern. Diese Techniken haben das Potenzial, die Funktionen und Eigenschaften von Organismen radikal zu verändern….

10 Gründe für die Pestizid-Initiative

Die Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» richtet sich nicht gegen die Landwirtschaft – im Gegenteil: Bäuerinnen und Bauern profitieren umfassend von einem JA, egal ob sie bereits pestizidfrei…

Abstimmungskampagne lanciert

Ja zu einem Systemwechsel, weg von den synthetischen Pestiziden in der Schweiz: Das fordert die Kleinbauern-Vereinigung VKMB. Unter dem Slogan «Zukunft sichern, pestizidfrei produzieren» lanciert die Vereinigung heute eine schweizweite…