Bürger:innenrat tischt auf!

Der Bürger:innenrat für Ernährungspolitik präsentierte am 7. November seine Empfehlungen für die Schweizer Ernährungspolitik. Die Arbeit des Rats zeigt aus Sicht der Kleinbauern-Vereinigung, wie wichtig und wertvoll eine offene und breite Diskussion rund um die Lebensmittelproduktion und Ernährung ist.

Vom 11. Juni bis am 6. November 2022 tagte der Bürger:innenrat für Ernährungspolitik zu der Frage: Wie soll eine Ernährungspolitik für die Schweiz aussehen, die bis 2030 allen Menschen gesunde, nachhaltige, tierfreundliche und fair produzierte Lebensmittel zur Verfügung stellt? Mittels Vorträgen, wissenschaftlichen Inputs und Lernausflügen erarbeiten sich die Teilnehmenden ein Grundverständnis des Schweizer Ernährungs-systems. Mit diesem neuen Format, zusammengesetzt aus einer zufällig ausgewählten Gruppe der Schweizer Wohnbevölkerung, wurde eine intensive Auseinandersetzung mit der Ernährungspolitik angestrebt.

«Der Bürger:innenrat hat sich intensiv mit Fragen rund um unsere Lebensmittelproduktion und Ernährung auseinandergesetzt. Eine solch offene und grundlegende Diskussion wünsche ich mir sowohl in der Politik als auch der breiten Bevölkerung.» Kilian Baumann, Biobauer, Nationalrat und Präsident der Kleinbauern-Vereinigung

Die veröffentlichten Empfehlungen des Rats zeigen, wie komplex unsere Lebensmittelproduktion und Ernährung sind und wie wichtig genau eine solche vertiefte Auseinandersetzung ist. Die zahlreichen Empfehlungen sind eine gute Inspiration, um den Umbau unserer Ernährungswirtschaft jetzt in Angriff zu nehmen. Die vom Bürger:innenrat aufgeworfenen Themen verdeutlichen ausserdem den grossen Handlungsbedarf, um unsere Ernährung endlich klima- und umweltfreundlicher sowie gesünder zu gestalten.  Die Kleinbauern-Vereinigung begrüsst das Engagement der am Bürger:innenrat beteiligten Personen und hofft, dass diese wichtige und konstruktive Diskussion auch innerhalb der Landwirtschaft, Politik und breiteren Teilen der Bevölkerung weitergeht. Die Erkenntnisse des Rats zeigen ausserdem, dass alle Beteiligten, von der Landwirtin über die Verarbeitung, Handel bis zu den Konsumenten gefordert sind. Kilian Baumann betont denn auch: «Der Bürger:innenrat setzt sich klar für mehr Fairness in der Ernährungswirtschaft ein. Das ist eine gute Nachricht für uns Bäuerinnen und Bauern.»

Die am 7. November 2022 präsentierten Empfehlungen werden nun zu einem Massnahmenkatalog ausgearbeitet und am 2. Februar 2023 im Rahmen des Schweizer Ernährungssystemgipfels an Politik, Verwaltung und Praxis übergeben.

 

Photo (c) Bürger:innenrat, 2022

News und Berichte zum Thema

Anonymität bei der Einreichung einer Beschwerde besser schützen

Im Frühling 2021 ist beim Preisüberwacher Stefan Meierhans eine Meldung eingegangen, die geltend machte, dass die Endkundenpreise für Bio-Lebensmittel missbräuchlich seien. Deshalb leitete er eine Vorabklärung zu den Preisen von…

Faire Preise! Aber was heisst das?

Die Frage, was ein fairer Preis ist, kann nicht pauschal für alle Produzentinnen und Produzenten beantwortet werden. Ziel sollte es sein, kostengerechte Preise für eine effiziente und nachhaltige Produktion, aber…

Ja zum Stromgesetz

Die Kleinbauern-Vereinigung hat die Ja-Parole zum Stromgesetz gefasst und der Vorstand hat diese Position an seiner gestrigen Sitzung nochmals bekräftigt. Denn das neue Gesetz bringt den Landwirtschaftsbetrieben zusätzliche Wertschöpfung und…