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Agrarpolitik: Konstruktiver Dialog und Weiterarbeit gefordert

Nach dem heftigen Abstimmungskampf der letzten Monate gilt es nun, die Gräben zu schliessen und gemeinsam eine zukunftsgerichtete Landwirtschaft weiterzuentwickeln.

Die Kleinbauern-Vereinigung ruft die landwirtschaftlichen Organisationen und die Politik dazu auf, den Dialog zu suchen. Die Voraussetzungen sind gut: Alle Akteure im Abstimmungskampf waren sich einig, dass der Einsatz von Pestiziden stark reduziert und die Landwirtschaft allgemein ökologischer ausgerichtet und nachhaltiger werden muss. Uneinig war man sich einzig über den Weg zu diesem Ziel und über den Zeitrahmen. Dennoch hat der Abstimmungskampf um die beiden Agrarinitiativen tiefe Gräben hinterlassen, die es nun zu schliessen gilt. Die Kleinbauern-Vereinigung ruft deshalb alle Beteiligten zu einer konstruktiven Zusammenarbeit und einem fairen politischen Dialog auf.

Die Erreichung des gemeinsamen Ziels einer ökologischeren Landwirtschaft verlangt den gemeinsamen Einsatz aller Beteiligten. «Wir wollen sicherstellen, dass künftig alle an einem Strick ziehen: Nämlich in Richtung einer vielfältigen und ökologischen Landwirtschaft», sagt der Präsident der Kleinbauern-Vereinigung und Nationalrat Kilian Baumann. Die Kleinbauern-Vereinigung wolle deshalb die zweite Jahreshälfte 2021 dazu nutzen, gemeinsam mit anderen Organisationen und der Politik die schon vorhandenen, zukunftsfähigen Lösungen umzusetzen. «Dabei erwarten wir vom Bauernverband, dass er sich in den anstehenden parlamentarischen Debatten an sein grundsätzliches Bekenntnis zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft erinnert und diesen Versprechen aus dem Abstimmungskampf auch Taten folgen lässt.»

Die Kleinbauern-Vereinigung bedauert in diesem Zusammenhang auch die Ablehnung des CO2-Gesetzes, denn gerade die Landwirtschaft und die ländliche Bevölkerung sind besonders stark vom Klimawandel betroffen. «In den kommenden Debatten wollen wir deshalb der Bevölkerung die Möglichkeiten und auch den Gewinn von Klimaschutzmassnahmen besser aufzeigen», so Baumann.

Landwirtschaft muss Probleme künftig konstruktiver diskutieren
Über den Abstimmungskampf spricht die Kleinbauern-Vereinigung im Rückblick Klartext: «Der Abstimmungskampf wurde bedauerlicherweise auf dem Rücken der Bäuerinnen und Bauern geführt», sagt Bauer und Nationalrat Kilian Baumann. «Dabei betrafen die Initiativen vornehmlich die Agrarindustrie.» Obwohl die beiden Agrarinitiativen aus der Mitte der Bevölkerung kamen, habe die Gegenkampagne des Schweizer Bauernverbands sie zu Unrecht in eine extreme Ecke gestellt und die Abstimmung zur Existenzfrage für die Landwirtschaft hochstilisiert. Damit war der Ton im Abstimmungskampf von Anfang an vergiftet und eine konstruktive Diskussion über die bestehenden Probleme wurde verunmöglicht. Auch der Graben zwischen Bäuerinnen und Konsumenten wurde befeuert, was die Kleinbauern-Vereinigung für höchst problematisch hält. «Das gute Image der Landwirtschaft und das Vertrauen vieler Konsumentinnen und Konsumenten hat in den letzten Wochen und Monaten stark gelitten», bilanziert Baumann. «Als Organisation, die Bauern und Bäuerinnen, Konsumentinnen und Konsumenten unter einem Dach vereint, möchten wir nun Hand bieten, dieses Vertrauen wieder aufzubauen und die verschiedenen Gruppen wieder näher zueinander bringen.»

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