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01. Juni 2017    ,

Pestizideinsatz in der Schweiz

In der Schweiz ist der Pestizideinsatz deutlich zu hoch. Im europäischen Vergleich gehören wir beim Einsatz zu den Spitzenreitern. Fast 2200 Tonnen Wirkstoff gelangen jährlich in die Umwelt. Es besteht dringender Handlungsbedarf.

Schätzungsweise 85 bis 90 Prozent der Pestizide stammen aus der Landwirtschaft. Pro Jahr gelangen so mehr als sieben Kilogramm auf eine Hektare Ackerland oder Spezialkulturen. Die Pestizide finden sich im Boden, in Gewässern oder auch als Rückstände in den Produkten wieder.

Der Bund hat mit einem sogenannten Aktionsplan Pflanzenschutz auf diesen Missstand reagiert. Allerdings erst nachdem ein Postulat der Nationalrätin Tiana Moser im März 2012 das Ganze ins Rollen gebracht hat. Erste Umsetzungen sollen im 2018 erfolgen. Die Schweiz hinkt mit diesem Aktionsplan vielen EU-Staaten hinterher, die ihrerseits bereits Jahre zuvor Massnahmen für einen nachhaltigeren Umgang mit Pestiziden ausgearbeitet haben. Der Kleinbauern-Vereinigung geht der vom Bund ausgearbeitete Aktionsplan jedoch zu wenig weit. Sie unterstützt den Pestizidreduktionsplan von Vision Landwirtschaft, der zeigt, dass sich der Pestizideinsatz bis 2020 um über 50Prozent reduzieren liesse.

Dieser Pestizid-Reduktionsplan basiert auf einer systematischen Situationsanalyse in der Schweiz und auf Erfahrungen aus anderen Ländern. Bei der Analyse zeigte sich, dass Überschreitungen gesetzlicher Vorgaben alltäglich sind. Weit über 100 unerwünschte Stoffe werden regelmässig in Gewässern festgestellt. Die Schweiz zählt, was die Transparenz und Datenlage beim Pestizideinsatz anbelangt, zu den europäischen Schlusslichtern.

Alternativen zum Pestizideinsatz bisher zu wenig genutzt
Die entscheidenden Massnahmen, die bei den landwirtschaftlichen Kulturen eine nachhaltige und sichere Produktion von Nahrungsmitteln gewährleisten können, beruhen nicht auf Pestizidanwendungen, sondern auf einem standortgerechten Anbau und einer guten fachlichen Praxis. Im Privat- und Siedlungsbereich kann, wie beispielsweise Frankreich zeigt, sogar ganz auf problematische Pestizide verzichtet werden. Der Pestizideinsatz kann ohne Versorgungsengpässe und ohne Mehrkosten für den Steuerzahler – aber mit positiver Wirkung auf Gewässer, Boden und Biodiversität – mit gut realisierbaren Massnahmen um 40-50Prozent in der Landwirtschaft und gar um 80Prozent im Siedlungsbereich reduziert werden.

Mehr zum Thema:

www.pestizidreduktionsplan.ch

www.visionlandwirtschaft.ch

https://meine-pestizidfreie-gemeinde.ch