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Tiergesundheit & Tierwohl
12. Februar 2013    , ,

Bienen: wichtig und gefährdet

Rund zwei Drittel unserer Lebensmittel sind auf die Bestäubung durch Bienen und Wildbienen angewiesen. Gehen die Bienen zugrunde, ist dies eine ernsthafte Bedrohung für unsere Lebensmittelversorgung. Um den massiven Rückgang zu stoppen gilt es Artenvielfalt im Kulturland zu fördern, Insektizide zu prüfen, Züchtung zu hinterfragen und neue Methoden der Varroa-Bekämpfung zu finden.

Mehrere Gründe für das «Bienensterben»

Honig- und Wildbienen (CH über 600 Arten) sind wichtige Bestäuber im Lebensmittelkreislauf und bedeutend für die Biodiversität Rund ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion ist von Bienen abhängig. Seit über 25 Jahren berichten Imkerinnen und Imker von einem plötzlichen Rückgang ihrer Bienenpopulationen. Bis zu einem Viertel der Honigbienen seien in Europa in den letzten Jahren verschwunden. Für dieses Bienensterben gibt es verschiedene bekannte Ursachen:

Varroa Milbe

Ein Hauptgrund für das Bienensterben der letzten Jahre ist die Varroa Milbe. Sie legt ihre Eier in die Waben. Dort ernähren sich die geschlüpften Milben von der Körperflüssigkeit der Bienenlarven und schwächen so das Immunsystem der Bienen. Die Milben übertragen aber auch Krankheiten. Verkrüppelte Bienen sind eine beispielhafte Folge einer Vireninfektion. Die klimatischen Bedingungen im Winter spielen bei der Verbreitung der Milbe eine Rolle. Normalerweise unterbricht die Königin ihre Brut im Winter und es gibt keine Aufzucht von Larven. In milden Wintern jedoch gibt es keinen Unterbruch in der Aufzucht. Die Milbe kann sich ungehindert vermehren; dies führt zu grossen Völkerverlusten.

Insektizide

Manche Insektizide, die in der Landwirtschaft und im Gartenbau eingesetzt werden, sind für Bienen giftig und führen meist indirekt zu einer höheren Sterberate. Die Giftstoffe (Neonicotinoide) beeinträchtigen das Nervensystem der Bienen, verursachen Probleme bei der Orientierung und der Nahrungssuche.

Hochleistungszucht

Die heutigen Bienenvölker in Europa, China und Nordamerika sind ohne chemische Mittel grösstenteils nicht mehr überlebensfähig. Jahrelang wurden Bienen auf Hochleistung und Sanftmut gezüchtet und die einheimischen Rassen dabei vernachlässigt. Diese einseitig gezüchteten Bienen sind nicht mehr gut an die lokalen Bedingungen angepasst und haben an Widerstandsfähigkeit eingebüsst.

Was können wir tun?

Landwirtschaft
Die Landwirtschaft muss den Einsatz giftiger Pestizide reduzieren. Es braucht weitere Massnahmen, um die biologische Artenvielfalt im Kulturland zu fördern. Ein genügend breites Pollen- und Nektar Angebot über die ganze Saison hinweg ist wichtig für die Ernährung der Bienen.

Forschung

Die Ursachen für das Sterben der Bienen und ihre natürlichen Bedürfnisse müssen genauer untersucht werden.

Zucht

In der Bienenzucht sollte auf einen breiteren Genpool gesetzt und somit auf eine bessere Resistenz der Bienen gegenüber Krankheiten hingearbeitet werden.

Die Kleinbauern-Vereinigung setzt sich seit 1980 für eine vielfältige, nachhaltige und bäuerliche Landwirtschaft ein. Für eine Landwirtschaft, die auch den Bienen und Wildbienen dient.

Link zu Bienenschutz.ch