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Tiergesundheit & Tierwohl
11. Juni 2015   

Antibiotika in der Landwirtschaft

Antibiotika sind ein wichtiges Behandlungsmittel für bakterielle Erkrankungen bei Mensch und Tier. Der übermässige Einsatz von Antibiotika in intensiver Tierhaltung fördert jedoch die Resistenzbildung und führt zu einem Verlust der heilenden Wirkung. Die Kleinbauern- Vereinigung fordert eine bäuerliche Tierhaltung; d.h. keine Massentierhaltung in der Schweiz.

Antibiotika können tödliche Erkrankungen heilen und sind darum unverzichtbar geworden in Human- und Tiermedizin. Bei übermässigem und unsachgemässem Antibiotikagebrauch werden die Bakterien resistent und die heilende Wirkung verpufft. Resistente Bakterien gefährden somit die Gesundheit von Mensch und Tier.

Die intensive Nutztierhaltung - viele Tieren auf engem Raum - fördert den Antibiotikaeinsatz und damit die Resistenzbildung. Mehr als 52 Tonnen Antibiotika wurden 2013 in der Schweiz bei Nutztieren eingesetzt (ARCH- Vet, 2013). Die heutigen Antibiotika wirken gegen die resistenten Bakterien nicht mehr, also müssen ständig neue Wirkstoffe gesucht werden. Neue Wirkstoffe als Lösung für alten Problemen: Massentierhaltung, Resistenzentwicklung, Wirkungsverluste…?

Nationale Strategie

Um Resistenzbildungen zu vermeiden und die Wirksamkeit von Antibiotika langfristig zu erhalten, haben 2013 mehrere Bundesämter eine Nationale Strategie gegen Antibiotikaresistenzen StAR ausgearbeitet. Die zentralen Elemente sind die Überwachung, die Prävention und der korrekte Einsatz der Antibiotika. Die Kleinbauern- Vereinigung geht noch eine Schritt weiter und fordert ein Umdenken in der Nutztierhaltung: Weg von intensiver, spezialisierte Nutzung hin zu einer bäuerlichen Tierhaltung. Unsere Forderungen:

Standortgerechte und vielfältige Zucht

Durch die einseitige Hochleistungszucht wurde die genetische Vielfalt bei den Nutztieren über die letzten Jahrzehnte hinweg drastisch reduziert. Der immer enger werdende Pool an genetischen Ressourcen stellt ein Risiko dar und steigert den Antibiotikaeinsatz. Durch eine standortangepasste Zucht auf Nutzungsdauer wird die genetische Vielfalt der langlebigen Nutztiere gefördert. Bei Milchvieh und Geflügel sind Zweinutzungsrassen zu fördern.

Förderung der bäuerlichen Tierhaltung

Der zunehmende Preisdruck und das Ausrichten auf Grösse, hat zu einer Spezialisierung der Betriebe geführt. Als Folge werden Tiere vermehr gehandelt, was beispielsweise bei den Mastkälber zu massiven gesundheitlichen Problemen und hohen Antibiotikaeinsätzen führen kann. Mit einer Abnahme von Direktzahlungen bei zunehmender Anzahl Tiere und einer Verschärfung der Höchsbestandesvorschriften kann eine Tierhaltung in überschaubaren Einheiten gefördert werden.

Verbreitung von Komplementärmedizin

Das Potenzial der Komplementärmedizin zur Förderung der Tiergesundheit sollte von den Bäuerinnen und Bauern besser ausgeschöpft und die wissenschaftlichen Grundlagen dazu von der Forschung erweitert werden.