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RAUMPLANUNG

Donnerstag, 28. August 2008
Ohne Raumplanung kein Land zum bauern

Die Kleinbauern-Vereinigung steht hinter der schweizerischen Raumplanung. Ein flächenmässig kleines und dicht besiedeltes Land wie die Schweiz muss haushälterisch mit dem Boden umgehen. Zu den Prinzipien der Raumplanung gehört die Zonentrennung zwischen Siedlungsgebiet und Landwirtschaft. Für die Zukunft ist die planerische Sicherung von Äckern und Wiesen äusserst wichtig.

In der 1.August-Umfrage von Coop antworteten auf die Frage <Was ist Ihnen an der Schweiz am wichtigsten?> 39% mit: die Landschaft! Kein anderes Herzensanliegen von Frau und Herr Schweizer kam auch nur annähernd an diesen Spitzenwert, weder <Sauberkeit> noch <Sicherheit> oder <Demokratie>. In Wattenwil/BE setzten 70 Prozent die Landschaft an die Spitze der Gründe, warum man sich im Ort wohl fühlt. Und bei einem internationalen Baumaschinen- und Apparate-Konzern ist der Arbeitsplatz Bulle beim Management weit beliebter als die Standorte in den europäischen Städten. Auch hier macht es vor allem die Landschaft aus.

Dass die Einwohner die Landschaft so überaus schätzen, ist ein Argument für die Landwirtschaft, die die Umgebung der Menschen mitprägt. Was den StädterInnen die nahe Natur, ist für die Landwirtschaft die Freihaltung der Kulturlandfläche. Das sind gemeinsane Interessen. Die Landwirtschaft lebt selbstverständlich nicht von der Schönheit. Aber die Sicherung der Acker- und Wiesenflächen kann mit der Unterstützung breiter Bevölkerungskreise rechnen.

Unverhältnismässige Kritik aus der Landwirtschaft
Die Landwirtschaftsorganisationen danken es der Landschaft nicht immer, dass sie das Terrain bereitet für die hohe Akzeptanz der Agrarpolitik in der Bevölkerung. In den letzten Jahren wurden immer wieder Fälle in die Medien gezerrt, wo Bauern wegen Einschränkungen in der Landwirtschaftszone ihre miserable Existenz beklagten. Der Schweizerische Bauernverband hat daraus eine politische Kampagne gemacht, um den Spielraum für Bauten ausserhalb der Bauzonen zu erweitern.

Für die Gesamtheit der Landwirtschaft sind die Klagen von einzelnen Baugesuchsstellern über Bürokratie ein Boomerang. Je mehr rechtliche Einschnitte das Raumplanungsrecht schwächen, desto löchriger wird der Schutz des ländlichen Gebietes.

Landschafts-Initiative als Projekt der Raumplanungsfreunde
Die Raumplanung hat mehr Freunde als Feinde. Das ist die psychologische Botschaft der Eidg. Volksinitiative <Raum für Mensch und Natur>. Die im August 2008 eingereichte Volksinitiative hat eine Stärkung der Raumplanung zum Ziel. Für die Landwirtschaft ist vor allem wichtig, dass der Schutz des Kulturlandes als Verfassungsnorm aufgewertet wird. Hinzu kommt ein Bauzonenstopp während 20 Jahren. Es soll und kann dort gebaut worden, wo schon Zonen ausgeschieden sind. Es gibt kaum eine Gemeinde, wo nicht Zonen vorrätig bereits bestehen. Damit wird Druck auf weitere Zersiedlung weg genommen.

Die Kleinbauern-Vereinigung hat wesentlich zum Zustandekommen der 110'000 Unterschriften beigetragen. Die Initiative wird getragen von Pro Natura, WWF, Landschaftsschutz, Heimatschutzund und BirdLife. Von den Landwirtschaftsorganisationen hat sich auch Bio Suisse angeschlossen. In der parlamentarischen Phase und im späteren Abstimmungskampf wird sich die Kleinbauern-Vereinigung einsetzen, dass die Wertschätzung für die Raumplanung auch in der Landwirtschaft wächst.


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