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Landwirtschaft International
15. Juli 2015   

UNCTAD Bericht: Aufwachen, bevor es zu spät ist

Mehr als 60 internationale Experten fordern eine rasche und grundlegende Veränderung der Landwirtschaft. Um trotz Klimawandel die globale Ernährung zu sichern, soll eine kleinbäuerliche und lokale Lebensmittelproduktion gefördert werden.

Die Welthandels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) veröffentlichte 2013 den „Trade and Environment Review“. In ihrem Fazit fordern die über 60 Experten ein rasches Handeln: „Wacht auf, bevor es zu spät ist“. Ländliche Armut, Hunger und Umweltprobleme sind heute weltweit verbreitet. Das Bevölkerungswachstum und der Klimawandel stellen die Lebensmittelproduktion in vielen Ländern vor zusätzliche Hindernisse. In Entwicklungsländern muss vermehrt mit Missernten und Ertragsausfällen gerechnet werden.

Umdenken dringend erforderlich

Die industrielle Produktion basiert auf Monokulturen, Kunstdüngern und Pestiziden. Massive Einflüsse auf die Umwelt und die Abhängigkeit vom Weltmarkt sind nur ein Teil der negativen Folgen dieser Landwirtschaft. Ein grundlegendes Umdenken in der Lebensmittelproduktion ist nötig, um die heutigen und zukünftigen Herausforderungen zu meistern. Dazu gehören nachhaltige Produktionssysteme mit vielfältigen Kulturen und einem reduzierten Einsatz von Pestiziden. Mit einer kleinbäuerlichen und regionalen Landwirtschaft wird der ländlichen Bevölkerung geholfen und die Produktion stabilisiert.

Kleinbauern fördern

Auf dem Land ist Armut weit verbreitet: mehr als zwei Drittel der hungernden oder unterernährten Menschen sind Kleinbauern oder Landarbeiter. Mit Verbesserungen der Landrechte, Zugang zu Krediten und Märkten können diese Kleinbetriebe gefördert werden. Die Bäuerinnen und Bauern können sich so von ihren Erträgen ernähren oder erwirtschaften ein Einkommen um Lebensmittel zu kaufen. In westlichen Ländern steht die Armutsreduktion im Hintergrund. Kleinbäuerliche Strukturen führen aber auch hier zu einer vielfältigeren Landwirtschaft und erhöhen die Widerstandskraft gegenüber extremeren Wetterereignissen und der Klimaveränderungen.

Lokale Produktion

Viele Entwicklungsländer haben ihre Landwirtschaft auf Exportgüter spezialisiert, der Bedarf an Grundnahrungsmittel wird durch Importe gedeckt. Die Preise für Lebensmittel auf dem Weltmarkt unterliegen jedoch grossen Schwankungen. Zwischen 2011 und 2013 waren die Preise rund 80% höher als 2003- 2008. Eine lokale Lebensmittelproduktion vermindert die Abhängigkeit von Importen und stärkt die Ernährungssicherheit eines Landes. Die Nähe von Produktion und Konsum verringert ausserdem Transportemissionen und negative Umweltfolgen.

Fazit des UNCTAD Berichtes:

Für eine sichere Ernährung unter erschwerten Bedingungen, wie dem Klimawandel, und einer stetig wachsenden Bevölkerung braucht es eine kleinbäuerliche, nachhaltige Landwirtschaft.