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12. Februar 2013   

Agro-Gentechnik in der Schweiz

Seit 2005 gilt in der Schweiz das Gentech-Moratorium. Es wurde bereits zweimal verlängert und eine weitere Verlängerung bis Ende 2021 steht bevor. Bis dahin will der Bund eine Koexistenz-Verordnung ausformulieren und danach das Moratorium auslaufen lassen. Ein Nebeneinander von Gentech und Gentechfrei ist in der kleinräumigen Schweiz jedoch unmöglich umsetzbar. Die Kleinbauern-Vereinigung fordert deshalb ein GVO-Anbauverbot.

Das Moratorium entsteht…

Die Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG) hat 2003 die Gentechfrei-Initiative lanciert. Diese forderte ein fünfjähriges Anbau-Moratorium für gentechnisch veränderte Organismen GVO und ein Verbot von Genmanipulationen an Nutztieren. Im November 2005 hat das Schweizer Stimmvolk diese Vorlage mit einer Mehrheit von 55.7 Prozent angenommen.

…wird 2010 verlängert…

2010 wurde das Moratorium bis ins Jahr 2013 verlängert. Die Verlängerung des Moratoriums sollte es ermöglichen, die Schlussresultate des Nationalen Forschungsprogramms 59 (NFP 59) abzuwarten, um diese als Grundlage für weitere Entscheidungen zur Verfügung zu haben. Das NFP 59 mit dem Titel «Nutzen und Risiken der Freisetzung genetisch veränderter Pflanzen» sollte in Erfahrung bringen, ob das Anbau-Moratorium für GVO aus wissenschaftlicher Sicht gerechtfertigt sei. Doch in dem Synthesebericht fehlen Hinweise auf Gefahren und Risiken fast gänzlich.

…wird 2014 verlängert…

Mit der AP 14-17 wurde das Anbaumoratorium zum zweiten Mal verlängert. Ausschlaggebend waren die ungenügenden rechtlichen Vorgaben des bestehenden Gentechnikgesetzes. Der Bund wollte eine Koexistenz-Verordnung verabschieden, die das Nebeneinander von GVO und gentechfreien Pflanzen ermöglichen sollte. Anfang 2013 schickte der Bund die besagte Verordnung in die Vernehmlassung.

…und läuft nun…

Die Mehrheit der Vernehmlassungsteilnehmer sprach sich geschlossen gegen den Anbau von GVO in der Schweiz aus. Daneben reichten Genf, Bern, Jura, Neuenburg und Fribourg zusammen eine Standesinitiative zur Verlängerung des Moratoriums ein. Einige Zeit später stimmte auch der Kanton Thurgau der Forderung zu. Auf kantonaler Ebene gehen Freiburg, Genf und Tessin noch weiter und verankern ein GVO-Anbauverbot in ihren Landwirtschaftsgesetzen.

…wahrscheinlich bis 2021…

Der Bundesrat reagierte 2015 und verlängerte das Moratorium bis 2021. Bis dahin sollen Koexistenz Regelungen und Rahmenbedingungen für GVO-Anbaugebiete formuliert werden, mit dem Ziel das Moratorium auslaufen zu lassen oder zu lockern. Dieser Vorschlag muss nun noch vom Parlament bestätigt werden. Die Kleinbauern-Vereinigung begrüsst die Verlängerung des Moratoriums, fordert jedoch längerfristig ein Verbot. Denn eine Koexistenz Regelung ist in der kleinstrukturierten Schweiz unmöglich umzusetzen.

Die gentechfreie Produktion ist Teil einer bäuerlichen Landwirtschaft und ein Qualitätsvorteil für die Schweizer Bäuerinnen und Bauern.