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Agro-Gentechnik

Agro-Gentechnik in der Schweiz

Seit 2005 gilt in der Schweiz das Gentech-Moratorium. Es wurde bereits dreimal verlängert und gilt bis Ende 2021. Eine vom Bundesrat ausgearbeitete Koexistenz-Verordnung, die nach Ablauf des Moratoriums in Kraft treten sollte, hatte im Parlament keine Chance. Für die Kleinbauern-Vereinigung ein richtiger Entscheid, denn ein Nebeneinander von gentechnisch veränderten Pflanzen und gentechfreier Produktion ist in der kleinräumigen Schweiz unmöglich umsetzbar.

Das Moratorium - Eine Erfolgsgeschichte

Die Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG) hat 2003 die Gentechfrei-Initiative lanciert. Diese forderte ein fünfjähriges Anbau-Moratorium für gentechnisch veränderte Pflanzen (GVO) und ein Verbot von Genmanipulationen an Nutztieren. Im November 2005 hat das Schweizer Stimmvolk diese Vorlage mit einer Mehrheit von 55.7 Prozent angenommen. 2010 wurde das Moratorium bis ins Jahr 2013 verlängert. Die Verlängerung des Moratoriums sollte es ermöglichen, die Schlussresultate des Nationalen Forschungsprogramms 59 (NFP 59) abzuwarten, um diese als Grundlage für weitere Entscheidungen zur Verfügung zu haben. Das NFP 59 mit dem Titel «Nutzen und Risiken der Freisetzung genetisch veränderter Pflanzen» sollte in Erfahrung bringen, ob das Anbau-Moratorium für GVO aus wissenschaftlicher Sicht gerechtfertigt sei. Doch in dem Synthesebericht fehlen Hinweise auf Gefahren und Risiken fast gänzlich.

Das Moratorium wird dreimal verlängert
Mit der AP 14-17 wurde das Anbaumoratorium zum zweiten Mal verlängert. Ausschlaggebend waren die ungenügenden rechtlichen Vorgaben des bestehenden Gentechnikgesetzes. Der Bund wollte eine Koexistenz-Verordnung verabschieden, die das Nebeneinander von GVO und gentechfreien Pflanzen ermöglichen sollte. Anfang 2013 schickte der Bund die besagte Verordnung in die Vernehmlassung. Die Mehrheit der Vernehmlassungsteilnehmer sprach sich geschlossen gegen den Anbau von GVO in der Schweiz aus. Daneben reichten Genf, Bern, Jura, Neuenburg und Fribourg zusammen eine Standesinitiative zur Verlängerung des Moratoriums ein. Einige Zeit später stimmte auch der Kanton Thurgau der Forderung zu. Auf kantonaler Ebene gehen Freiburg, Genf und Tessin noch weiter und verankern ein GVO-Anbauverbot in ihren Landwirtschaftsgesetzen.

Koexistenz ist für die kleinräumige Schweiz kein Weg

Der Bundesrat reagierte 2015 und verlängerte das Moratorium. Bis dahin sollten Koexistenz-Regelungen und Rahmenbedingungen für GVO-Anbaugebiete formuliert werden, mit dem Ziel das Moratorium auslaufen zu lassen oder zu lockern. Dieser Vorschlag wurde vom Parlament jedoch abgelehnt. Die Kleinbauern-Vereinigung begrüsst die Verlängerung des Moratoriums und die Ablehnung des Koexistenz-Vorschlags, fordert jedoch längerfristig ein Verbot. Denn eine Koexistenz Regelung ist in der kleinstrukturierten Schweiz unmöglich umzusetzen.

Die gentechfreie Produktion ist Teil einer bäuerlichen Landwirtschaft und ein Qualitätsvorteil für die Schweizer Bäuerinnen und Bauern.

Broschüre: Gentechfrei, warum?