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Agrarpolitik Schweiz
05. Januar 2017    ,

Anpassung Gewerbegrenze (SAK)

Die neue Berechnung der Standardarbeitskraft SAK benachteiligt kleine und mittlere Betriebe und gefährdet die Existenz von über 2000 Bauernhöfen. Die SAK-Faktoren sind ein theoretisches Mass, welches den Leistungen der einzelnen Betriebe nicht gerecht wird. Die Kleinbauern-Vereinigung setzt sich für eine Senkung der Gewerbegrenze ein und fordert, dass auch kleinere Betriebe von Entwicklungsmöglichkeiten und vereinfachten Rahmenbedingungen für die Hofübergabe profitieren.

Seit 2016 gelten neue Faktoren und Berechnungen zur Bestimmung der Standardarbeitskraft SAK. Die Anpassung der Faktoren soll den technischen Fortschritt abbilden, in der Realität wird damit die Existenz von über 2000 Betrieben gefährdet. Ausserdem können neu landwirtschaftsnahe Tätigkeiten angerechnet werden. Dafür sind jedoch 0.8 SAK Kernlandwirtschaft nötig. Dies ist eine grobe Diskriminierung von kleinen Betrieben. Obwohl gerade sie darauf angewiesen sind, dass zusätzliche Wertschöpfung in der Berechnung berücksichtigt wird. Die neuen Limiten für Direktzahlungen von 0.2 SAK und 1.0 SAK für Investitionshilfen sind ein schwacher Trost.

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Berechnen Sie HIER mit dem SAK-Rechner der Agridea Ihre aktuellen SAK Werte.

Informieren Sie uns über Ihre Situation und Ihren Betrieb, damit wir uns gemeinsam gegen die Verschärfungen wehren können. Rufen Sie uns an auf 031/312 64 00 oder schreiben uns an info@kleinbauern.ch

Auswirkungen der Gewerbegrenze
Im Bäuerlichen Bodenrecht spielt die SAK-Grenze eine entscheidende Rolle, denn sie definiert einen Betrieb als Gewerbe oder nicht. Diese Schwelle liegt in den meisten Kantonen bei 1.0 SAK. Mehr Infomationen zu den SAK und den kantonalen Gewerbegrenzen finden Sie HIER.

Ist ein Betrieb ein landwirtschaftliches Gewerbe…

… kann er zum Ertragswert an einen selbstbewirtschaftenden Erben verkauft werden. Dies erhöht die Chance auf einen Fortbestehen des Betriebes. Der Verkaufspreis ist somit innerhalb der Familie um ein vielfaches tiefer, als wenn der Verkehrswert bezahlt werden muss.

… braucht es eine Bewilligung, wenn einzelne Grundstücke abgetrennt werden. So wird der Betrieb als Ganzes geschützt und ein stückweiser Verkauf verunmöglicht.

… können neue Wohnräume oder Gebäude für landwirtschaftsnahe Betriebszweige auch ausserhalb der Bauzone gebaut werden.

… ist der Pachtzins tendenziell tiefer als bei landwirtschaftlichen Grundstücken, was die Bauernfamilie entlastet.

… profitieren BewirtschafterInnen je nach Kanton von steuerlichen Vorteilen.

Bauernbetriebe, die den Gewerbestatus verlieren, werden beim Generationenwechsel oftmals aufgelöst und aufgeteilt. So wird zwar ein grösstmöglicher Gewinn erzielt, aber ein weiterer Betrieb verschwindet für immer. Eine Verschärfung der SAK Faktoren fördert somit das Hofsterben.