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Agrarpolitik Schweiz
23. April 2013    ,

Strukturpolitik: Welche Betriebe werden in Zukunft unterstützt?

Mit dem System zur Standardarbeitskraft SAK wird der theoretische Arbeitsaufwand eines Bauernbetriebs berechnet. Erreicht ein Bauernbetrieb die notwendigen Anzahl SAK werden Direktzahlungen ausbezahlt oder die Betriebsleiter profizieren zusätzlich von weiterer staatlicher Unterstützung. Bisher wurde mit der SAK aber immer auch Strukturpolitik betrieben.zur SAK, also nicht mehr im Rahmen der Agrarpolitik 2014-17, ist deshalb das einzig Richtige.

Die Berechnung der so genannten Standardarbeitskraft SAK, also der Betriebsgrösse nach theoretischem Arbeitsaufwand, stösst immer wieder auf Kritik. Besonders dann, wenn die Betriebe aufgrund des technischen Fortschritts rechnerisch kleiner gemacht werden. Auch die Kleinbauern-Vereinigung stört sich an diesen Anpassungen. Das vor allem, weil der technische Fortschritt heute mit der Mechanisierung, also mehr und schwereren Maschinen gleichgesetzt wird. Der Entscheid, welche Betriebe auch in Zukunft staatliche Unterstützung erhalten sollen, ist und bleibt ein politischer und darf nicht alleine von einer Berechnung abhängen.

Mehr Maschinen gleich technischer Fortschritt?

Eine stärkere Mechanisierung, ungeachtet der Energie- und Ressourceneffizienz ist alles andere als fortschrittlich. Die Kleinbauern-Vereinigung kritisiert diese Tatsache seit langem. Im Bereich der Energieeffizienz hat die Schweizer Landwirtschaft seit Anfang der neunziger Jahre keinen Fortschritt erzielt. Die SAK-Anpassungen aufgrund eines solchen technischen Fortschritts widersprechen deshalb den Zielen der Agrarpolitik und dienen einzig dem Strukturwandel. Dagegen wehrt sich die Kleinbauern-Vereinigung. Für die Kleinbauern ist klar, dass der Entscheid, welche Betriebe auch in Zukunft Anrecht auf staatliche Unterstützung haben, auf politischer Ebene gefällt werden muss und nicht in der Macht der Behörden liegen darf.

Berechnung der SAK im Umbruch

Dank der Kritik der Kleinbauern-Vereinigung sowie weiteren Organisationen und auf Initiative verschiedener Politiker wurde das System der Standardarbeitskraft SAK 2013-14 genauer analysiert. Die Kleinbauern-Vereinigung hat sich an der Arbeit in der Begleitgruppe beteiligt. Eine Alternative zur SAK wurde nicht gefunden. Trotzdem konnten einige Verbesserungen initiiert werden. So soll die Wirtschaftlichkeit eines Betriebs bei der Gewährung von Investitionskrediten in Zukunft wichtiger werden und landwirtschaftsnahe Tätigkeiten neu berücksichtigt werden. Teilweise hat ausserdem ein Umdenken stattgefunden: Kleinere Betriebe sind oftmals wirtschaftlicher als mancher Grossbetrieb. An der Logik eines einseitig auf Mechanisierung fokussierten technischen Fortschritts soll aber leider ebenfalls festgehalten werden.

Neue SAK-Regelung ab 2016

Wie genau die SAK neu ausgestaltet werden, entscheidet der Bundesrat in der zweiten Jahreshälfte 2015, in der ersten Jahreshälfte hat dazu eine Anhörung stattgefunden. Die neue SAK-Regelung soll ab 2016 in Kraft treten.

Bundesratsbericht zur Evaluation der Standardarbeitskraft SAK