ONLINE-SHOP THEMEN EVENTS ÖKOLOGO WOW ! PLAY ARCHIV LINKS VKMB Intern
Home ARCHIV 2006 November

ARCHIV


2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Februar Mai September November

Download Sitemap Kontakt

Kein Gentech-Soja auf Kosten des Regenwaldes



Nach wie vor werden nur gentechfreie Futtermittel in die Schweiz eingeführt. Die Überwachung des Futtermittelmarktes ist besonders wichtig, weil der Anbau von Gentech-Pflanzen mit ökologischen Problemen von gigantischer Dimension verknüpft ist.

Das Bundesamt für Landwirtschaft BLW überwacht den schweizerischen Futtermittelmarkt. Kontrolliert wird, dass weder Tiermehl noch andere verbotene Stoffe verwendet werden. Kontrolliert wird auch, ob die Deklarationspflicht für gentechnisch veränderte Organismen eingehalten wird. Neu wird die Importstatistik im jährlichen Agrarbericht und auf der Internet-Homepage des BLW veröffentlicht. Damit wird – ein Jahr nach Annahme der Gentechfrei-Initiative – eine Forderung nach mehr Transparenz und Information erfüllt. Die Statistik des BLW vermittelt gute Nachrichten: Der schweizerische Futtermittelmarkt ist – von marginalen Ausnahmen abgesehen – trotz Importen von Mais und Soja gentechfrei! Das Anbau-Moratorium der Gentechfrei-Initiative wird also nicht durch Gentech-Futtermittelimporte unterlaufen. Dabei wird die richtige Deklaration intensiv kontrolliert: Über 1200 Proben wurden seit 2001 durch Zoll und Landwirtschaftsbehörden gezogen. Und die Deklaration wird ernst genommen. In den fünf Jahren gab es nur 15 Beanstandungen. Für Konsumenten bietet die Statistik (siehe Tabelle) die Gewissheit, dass schweizerische Milchprodukte, Fleisch und Eier ohne Gentech-Futter erzeugt werden. Für Bäuerinnen und Bauern rechtfertigen die Zahlen, dass «gentechfrei» ein zusätzliches Verkaufsargument ist, um für das inländische Angebot zu werben.

Die weitere Ausdehnung des Sojaanbaus auf Kosten des Regenwaldes verursacht eine Ökokatastrophe


Gemeinsames Soja-Projekt von COOP, Fenaco und WWF
Die schweizerische Landwirtschaft versorgt sich zu mehr als 80 Prozent selbst mit Futter für die Nutztiere. Die bodenunabhängige Fleisch- und Eierproduktion ist durch Höchstgrenzen für Hühner und Schweine limitiert. Zur Ergänzung der eigenen Produktion werden jährlich etwa 700000 Tonnen Kraftfutter importiert: Soja und Sojaschrot als Restprodukt aus der Speiseölgewinnung, Futtergetreide und Restprodukte von Getreide aus der Stärkegewinnung. Immer mehr Soja für die Futtertröge von Schweinen, Hühnern und Milchkühen in Europa stammt aus Argentinien und Brasilien. Weltweit sind heute 80 Prozent der Soja-Produktion für den Futtermittelmarkt bestimmt, mindestens eine Milliarde Tonnen. In Brasilien wächst der wirtschaftliche Druck, für Zuckerrohr, Soja oder Rindviehweiden an den Rändern des Amazonas Regenwald zu roden. Das hat verheerende ökologische Konsequenzen, denn der verbliebene Regenwald müsste zur Stabilisierung des Weltklimas unbedingt erhalten werden. Die europäische Öffentlichkeit istschockiert über Fernsehbilder grossflächiger Abholzungen oder von Brandrodungen, die mit enormen Umweltbelastungen verbunden sind. Das Bewusstsein steigt, dass wir indirekt mit jedem Bissen Fleisch den Urwald aufessen. Auf die wachsende Sorge um den Regenwald reagiert ein Projekt von COOP und WWF Schweiz in Zusammenarbeit mit dem Agro-Konzern Fenaco. Unter dem Begriff «Basler Kriterien» wurden Bedingungen für den nachhaltigen Soja-Anbau formuliert. Zu den Kriterien gehören der Anbau ohne Rodung von Regenwald, der Verzicht auf Gentech-Saatgut und die Gewährleistung von sozial gerechten Verträgen mit den Bauern und Landarbeitern. Im Juni dieses Jahres erreichte die erste Ladung Soja nach Basler Kriterien den Rheinhafen. Im Südosten Brasiliens, fern des Regenwaldes, hatte sich eine grosse Anbau- und Verwertungs- Genossenschaft, die gentechfreie Soja anbaut, für die Lieferung nach den gewünschten Kriterien interessiert. Eine unabhängigeweltweit tätige Zertifizierungsfirma kontrolliert die Einhaltung der geforderten Kriterien.

Kampf um Akzeptanz
Die Fenaco kämpft bei den schweizerischen Futtermittelfabrikanten noch um Akzeptanz für ihr Regenwald-Engagement. Auch bei den Grossverteilern zeigen noch nicht alle denselben Enthusiasmus für die Durchsetzung der Basler Kriterien wie COOP. Umso wichtiger dass Konsumentinnen und Konsumenten aber auch die Bauern Forderungen stellen. Der öffentliche Druck wird entscheidend sein, damit das Projekt für nachhaltige Futtermittel nachhaltigen Erfolg hat.

Herbert Karch


Statistik über den Futtermittelmarkt Schweiz: Fast 100% gentechfrei!

       
Jahr Importierte
Futtermittel-
menge
Total in Tonnen
gemeldete
GVO-haltige
Futtermittel
Total in Tonnen
gemeldete
GVO-haltige
Futtermittel
in Prozenten
2001 272991 3783 1.40
2002 318068 2563 0.80
2003 412163 688 0.20
2004 383595 2101 0.55
2005 356149 402 0.11
2006 259354 34 0.01
* GVO = gentechnisch veränderte Organismen      
Wer verteuert unsere Lebensmittel ? Die Eigenarten der Arten sichern